Sport

Vor der Olympia-Premiere

Mit zwei Startplätzen bei den Olympischen Sommerspielen in Peking haben die Schweizer BMX-Athleten ihr Plansoll mehr als erfüllt. Und möglicherweise kehren die beiden Olympianeulinge sogar mit Edelmetall aus der chinesischen Hauptstadt zurück. Pascal Meisser

Als das Internationale Olympische Komitee 2003 beschloss, dass BMX bei den Olympischen Spielen in Peking (8. bis 24. August) erstmals als Wettkampf-Sportart zugelassen wird, hätte in der BMX-Szene kaum jemand gedacht, was dieser Entscheid auslösen würde. «Die Entwicklung seither ist gewaltig», sagt der Schweizer Nationaltrainer Urs Kropf rückblickend. «Das Niveau bei den Rennen ist brutal gestiegen, die Strukturen sind professioneller geworden.»
In den letzten fünf Jahren haben die Landesverbände begonnen, Nationalteams und -kader zu bilden, und es ist deutlich mehr Geld in diese Radsportsparte geflossen. Olympiadisziplinen werden in der Regel nicht nur vom Verband besser unterstützt, sondern erhalten auch zusätzliche Gelder von Swiss Olympic.
«Das erlaubt uns eine völlig andere Betreuung unserer Athleten», sagt Kropf. So wurde in der Schweiz neben dem Nationalteam auch ein Olympiateam aufgestellt. «In dieses Kader wurden Athleten aufgenommen, welche die sportlichen Voraussetzungen mitbringen, Quotenplätze für die Schweiz zu sichern», so der Nationaltrainer.

Das Rennen um die Medaillen
BMX gehört zu jenen Sparten von Swiss Cycling, die ausserhalb der eigenen Szene praktisch unbekannt sind, vielleicht vergleichbar mit Hallenradsport. Rund 220 Athletinnen und Athleten üben diesen Sport mit Lizenz aus, die besten unter ihnen finden allerdings in den Medien kaum Resonanz. Einzig der Winterthurer Roger Rinderknecht, 27, bringt es hin und wieder zu einer Erwähnung. Das liegt aber auch daran, dass er ab und zu einen Abstecher zu den Mountainbikern macht und dort die sogenannten Four-Cross-Rennen bestreitet.
Doch ausgerechnet Rinderknecht hat seinen Startplatz noch nicht ganz auf sicher. Gefordert wäre eine Halbfinalqualifikation, sprich ein Platz unter den besten sechzehn gewesen. Mit drei siebzehnten Plätzen hat er diese Vorgabe knapp verfehlt. Den Entscheid, ob er trotzdem nach Peking reisen darf, fällt Swiss Olympic am 21. Juli.
Eine Überraschung gibt es dagegen bei den Frauen: Die neunzehnjährige Jenny Fähndrich aus Carouge konnte sich einen Startplatz sichern. Weil in Peking nur 16 Fahrerinnen und 32 Fahrer zugelassen sind, liegt bei entsprechendem Wettkampfglück und entsprechender Tagesform eine Medaille oder ein olympisches Diplom (4. bis 8. Rang) durchaus im Bereich des Möglichen.

Abo
© 2011 velojournalImpressum