Test

Zehn Tipps für den Veloputz

Wenn der Bärlauch duftet und die Primeln stossen, ist es Zeit für einen Velo-Frühlingsputz. Fegen wir den alten Winterdreck vom Velo und starten mit einem frisch geputzten Rad in die neue Velosaison. Zehn Tipps für die Generalreinigung. Marius Graber

Natürlich fährt sich das Velo nicht leichter, nur weil es sauber ist. Und doch hat man nach jeder Reinigung just diesen Eindruck. Pumpt man dann auch gleich noch die Reifen und ölt die Kette, fühlt es sich schon fast wie neu an. Doch nicht nur das: Bei einer Reinigung wird das Velo gleich auch noch sorgfältig kontrolliert, wobei sich verschiedene Mängel entdecken lassen. Putzen lohnt sich also doppelt.

1. Vorwaschgang
Eingeschlammten Bikes verordnet man am besten ein Vorwaschgang: Mit einem weichen Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch löst sich der gröbste Dreck am besten. Anstelle des Wasserschlauches haben sich auch Eimer und Schwamm bestens bewährt. Mit Bürsten sind selbst schwer zugängliche Stellen gut zu säubern. Hartnäckiger Schmutz lässt sich einfacher entfernen, wenn das Velo vorgängig mit einem speziellen Putzmittel eingeweicht wurde. Wichtig ist beim Vorwaschgang, man kanns nicht oft genug wiederholen: Ein harten Wasserstrahl oder gar der Griff zum Hochdruckreiniger sind der Tod jedes Velos. Der Hochdruck presst Wasser und Dreck nämlich an Stellen wo er sonst nie hinkäme, zum Beispiel in die Lager.

2. Hauptwaschgang
Mit einem trockenen Lappen und etwas Rubbelarbeit kommt der meiste Dreck ganz willig weg. Etwas schneller und sauberer geht es, vor allem an den neuralgischen Stellen, wenn der Lappen mit etwas Putzmittel angefeuchtet wird. Wir haben für unser Testputzen aus dem riesigen Angebot je ein Produkt von Mo­torex und Pedros ausgesucht. Beide sind biologisch abbaubar und putzen ähnlich gut, wobei sich das Pedros-Putzmittel etwas zielsicherer aufsprühen lässt.

3. Pflegegang
Wenn das Velo schon sauber ist, kann man noch eine Glanz- und Schutzschicht auftragen. Die entsprechenden Mittelchen bringen stumpfe Lackfarben zum Funkeln als wären sie neu und wirken gleichzeitig auch leicht schützend.

4. Kettenputz
Jetzt ist auch der richtige Moment für eine Kettenpflege. Diese wird zuerst gut gereinigt, erst danach geölt. Wichtig: Anschliessend das überschüssige Öl mit einem Lappen von der Kette wischen. Andere bewegliche Teile wie Wechsel, gefederte Sattelstütze oder Bremshebel freuen sich ebenfalls über einen Tropfen Nähmaschinenöl.
5. Bremspower
Die Bremsen greifen wieder, wenn wir die Felgenwand oder die Bremsscheibe putzen und entfetten. Hierfür eignet sich Reinbenzin oder, bei Scheibenbremsen, ein spezieller Entfetter. Wer mit öligen Mittelchen am Velo arbeitet, sollte darauf achten, dass diese Substanzen nicht auf Bremsscheiben oder Felgen gelangen, denn dann lässt die Bremskraft rapide nach.

6. Putzlappen
Fast so wichtig wie das Putzmittel sind ordentliche Putzlappen. Alte T-Shirts oder Leintücher eignen sich besonders gut.

7. Komfort
Wer nicht auf den Knien herumrutschen muss, hat beim Velo-Frühlingsputz mehr Spass. Formidabel ist natürlich ein Velomontageständer. Aber auch mit zwei Spanngummis, Hakenschrauben oder einer Teppichklopfstange lässt sich eine einfache Veloaufhängung improvisieren.

8. Handschuhe
Wer sich vor dreckigen Händen fürchtet, trägt beim Putzen Plastik-Handschuhe. Sonsten kann einmal im Jahr etwas Dreck unter den Nägeln auch nicht schaden. Zum Händewaschen eignet sich Geschirrspülmittel. Nach einem Nachmittag im Sandkasten mit Kindern oder nach einer Stunde im gechlorten Hallenbadwasser sind die Hände garantiert wieder porentief sauber.

9. Nicht putzen
Natürlich kann man sein Velo auch einfach nicht putzen. Das Argument, dass dreckige Velos weniger gestohlen werden, hat auf den ersten Blick etwas Einleuchtendes, allerdings kommt es niemandem in den Sinn, seine Hosen nicht zu waschen, nur damit sie im Freibad nicht gestohlen werden. Aber wie gesagt: Lieber das Velo nicht putzen als mit dem Hochdruckreiniger Schaden anrichten.

10. In den Service geben
Die ganz bequeme Tour: Viele Veloläden und einige Velostationen bieten einen entsprechenden Service an.

Abo
© 2011 velojournalImpressum