
Allem Vorgeplänkel zum Trotz – schliesslich kamen sie doch alle. Mit
direkter Werksbeteiligung waren es zwar nur gerade eine Handvoll
grosser Marken, aus dem Ausland etwa Cannondale und Koga, die an der
Basler Velomesse Twoo dabei waren. Doch aus dem Inland waren Biketec
und Intercycle mit dabei, und etliche andere bekannte Schweizer Marken
waren über den Fachhandel vertreten: Canyon, Cresta, Tour de Suisse und
Villiger. Dazu kam eine starke Direktvertreiber-Präsenz von Price,
Simpel, Stöckli und Thömus sowie der deutsche Rose-Versand. Und
diejeinigen, die nicht ausstellten, etwa BMC oder Scott, kamen
zumindest als Zuschauer.
Die Messeleitung der Twoo hatte an ziemlich alles gedacht und fast
alles richtig gemacht – jedenfalls wesentlich mehr, als dies von einer
«Regionalmesse», als die sie der Verband Velosuisse im Vorfeld
abklassiert hatte, zu erwarten war. Der Angebotsmix richtete sich an
Familien, Kinder und Pendler, aber auch an Biker und Gümmeler. Es gab
vielfältige Testgelegenheiten wie den Kids-Funparcours, die
ExtraEnergy- und MTB-Teststrecke sowie einen Triathlon-Gegenstrompool.
Dazu kamen Attraktionen wie der BMX-Flatlandcontest, eine Trialshow und
eine Dirtjump-Competition – mit spektakulärem Anlauf über die
Rolltreppe. Den Veranstaltern und Ausstellern war es damit gelungen,
Bike-Event-Stimmung in die Halle zu bringen. Zum Gelingen beigetragen
hat dabei auch Thömus, der seinen wettererprobten Outdoor-Auftritt mit
Zeltdächern, Holzschnitzeln und Raclette in die Halle verschob.
Als Tüpfelchen aufs i gabs noch Produktepremieren. Cresta zeigte den
leichtesten Carbon-Trekker, Freecycle ein an Radball-Velos gemahnendes
Teenagerbike und Simpel das erste Fahrrad mit Carbon-Zahnriemen.
Cannondale zeigte seine bereits an der Eurobike präsentierte
Stadtradstudie «On» als Schweizer Premiere. Zum Messeprogramm gehörten
auch ein sportmedizinischer Workshop und eine Ausstellerparty.
Zu Kritik Anlass gaben die Basler Mubahalle 3 und deren teilweise
ungenügende Beleuchtung sowie die unzeitgemässe «Gaststätte» im
Zwischengeschoss. Eine gemütliche Kaffee-Ecke oder gar einen Health
Food Corner, der auf die zeitgleich stattfindende Ausstellung «Natur»
in der nächsten Halle hätte verweisen können, suchte man leider
vergebens. Der einzige grössere Flop auf der Angebotsseite war das
komplette Fehlen der angekündigten Veloreiseveranstalter – was
allerdings nachvollziehbar war, immerhin waren diese bereits eine Woche
zuvor an der gleichenorts abgehaltenen Ferienmesse dabei gewesen.
Hallen- und Outdoor-Event?
Klar ist jedenfalls, dass die Twoo mit 24520 Besucherinnen und
Besuchern in vier Tagen einen Achtungserfolg erzielte, auf dem sich
aufbauen lässt. Angesichts der über 300000 Besucher der gleichzeitig
stattfindenden Muba und des grossen Potenzials der «Velostadt» Basel
scheint die Besucherzahl zwar noch steigerungsfähig. Allerdings lud das
prächtige Frühlingswetter zu allem andern als zu einem Messebesuch ein.
Immerhin entspricht die Zahl der Eintritte etwa jenen, die an der
früheren 2-RAD in Zürich der Velofraktion zugeordnet werden konnten.
Das muss insbesondere Velosuisse-Chef Komenda freuen, der ja stets ein
Befürworter einer Hallenmesse zum Saisonauftakt war. Von ihm kommt denn
auch besonderes Lob: «Die Einbindung eines attraktiven Rahmenprogramms
in die Messe ist auf Anhieb besser gelungen, als dies an der 2-RAD je
möglich war.» Die gute Akzeptanz der Twoo scheine zu beweisen, dass es
in der Schweiz doch zwei Veranstaltungen brauche, die verschiedene
Segmente abdeckten: die Twoo als Saisonauftaktsmesse und die BikeDays
als «Testival». Sehr schön, wenn die Schweizer Branche nach fünf Jahren
des Suchens damit wirklich einen Eventkonsens gefunden hätte.
pmh.
Pro Velo und velojournal waren an der Twoo mit einem gemeinsamen Stand
vertreten. Sie wollten vom Publikum wissen, wie sie die ausgestellten
Abstellanlagen beurteilten. Zu gewinnen gab es ein Villiger-Velo.