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Gut gerechnet bei kleinen Rädern

Kinder wachsen, Velos nicht. Deshalb ist der Kauf und Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen gerade bei Kindervelos, aber auch bei Kinderanhängern und Trailerbikes, ein oft diskutiertes Thema. velojournal hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die es zu beachten gilt. Marius Graber

Die schlechte Nachricht zuerst: Ein gutes Occasions-Kindervelo, einen Kinderanhänger oder ein Trailerbike zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Nachfrage nach Occasionsmodellen übersteigt das Angebot bei weitem. Daraus leitet sich die gute Nachricht ab: Wer ein gutes Modell hat, wird dieses nach Gebrauch ohne Mühe weiterverkaufen können.
Occasions-Kinderfahrzeuge werden meist im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft weiterverkauft. Gibts hier keine Interessenten, hilft ein Gratisinserat an einer Pinwand des nächsten Einkaufszentrums. Im Übrigen bieten die Velobörsen oder einschlägige Verkaufsplattformen im Internet Gelegenheiten. Auch viele Händler nehmen gut erhaltene, gebrauchte Kinderfahrzeuge zurück. Ist man auf der Suche nach einem Vehikel für seine Jüngsten, ist «herumerzählen» eine gute Methode.
Schwieriger wird es, wenn es darum geht, einen fairen Preis für ein Occasionsmodell festzulegen.  Abgeleitet von Abschreibungssätzen bei Autos, haben sich folgende Verkaufswerte für gebrauchte Velos in der Praxis bewährt:
Benötigt ein Velo oder ein Anhänger eine Reparatur, werden diese Kosten vom Verkaufspreis abgezogen. Besonders gut erhaltene Velos können aber auch etwas teurer verkauft werden. Bei Lackschäden oder viel Rost vermindert sich der Preis. Auch wenn die Nachfolgemodelle technisch deutlich ausgereifter sind – wie zum Beispiel vollgefederte Mountainbikes oder Elektrovelos – liegt der Occasionspreis unter dem Tabellenwert. Letztlich entscheiden aber auch hier Angebot und Nachfrage. So sind zum Beispiel gute Kinderanhänger mit Federung und Kinderwagenfunktion auf dem Gebrauchtmarkt stark gefragt und deshalb sehr rar – und wechseln die Besitzerin oft mit geringeren Abschreibern.

Eine Investition in mehrere Generationen
Schauen wir uns die Problemstellung anhand eines konkreten Beispiels aus dem Kindervelo-Occasionsmarkt an: Das «Speedy X20» von Tour de Suisse, Sieger im letztjährigen Test (velojournal 4/06), kostet neu 550 Franken. Wird es nach drei Jahren weiterverkauft, so beträgt der Wert dafür noch ungefähr 45% des Neupreises, also rund 250 Franken. Da Velos in dieser Qualität auch bei intensivem Einsatz oft nur minimale Gebrauchsspuren aufweisen, müssen keine weiteren Abzüge gemacht werden. So hat dieses gute Velo die Eltern unter dem Strich bloss 300 Franken gekostet. Das ist just gleich viel wie das billigste Velo im damaligen velojournal-Test, das «California Hawaii» aus dem Jumbomarkt.
Aufgrund der einfacheren Qualität ist die Nachfrage nach diesen billigen Velos geringer, denn der eine oder andere Defekt ist hier durchaus wahrscheinlich. Damit sinkt der Wiederverkaufswert der günstigen Modelle deutlich. Insgesamt kostet das teurere Qualitätsrad schliesslich nicht viel mehr. Erfahrungsgemäss werden Qualitäts-Kindervelos sogar von mehreren Kindergenerationen gefahren. Damit verteilen sich die Anschaffungskosten des Fahrrads auf mehrere Portemonnaies; mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Dreikäsehochs von Anfang an mit guten, sicheren Fahrzeugen unterwegs sind.

Web-Adressen
www.igvelo.ch (Übersicht über Velobörsen)
www.velojournal.ch (Kleinanzeigen)
www.veloclick.ch (Velo-Occasionsbörse)
www.velomarkt.ch (Velo-Occasionsbörse)

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15.05.2012:
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