
Die schlechte Nachricht zuerst: Ein gutes Occasions-Kindervelo, einen
Kinderanhänger oder ein Trailerbike zu finden, ist gar nicht so
einfach. Die Nachfrage nach Occasionsmodellen übersteigt das Angebot
bei weitem. Daraus leitet sich die gute Nachricht ab: Wer ein gutes
Modell hat, wird dieses nach Gebrauch ohne Mühe weiterverkaufen können.
Occasions-Kinderfahrzeuge werden meist im Bekanntenkreis oder in der
Nachbarschaft weiterverkauft. Gibts hier keine Interessenten, hilft ein
Gratisinserat an einer Pinwand des nächsten Einkaufszentrums. Im
Übrigen bieten die Velobörsen oder einschlägige Verkaufsplattformen im
Internet Gelegenheiten. Auch viele Händler nehmen gut erhaltene,
gebrauchte Kinderfahrzeuge zurück. Ist man auf der Suche nach einem
Vehikel für seine Jüngsten, ist «herumerzählen» eine gute Methode.
Schwieriger wird es, wenn es darum geht, einen fairen Preis für ein
Occasionsmodell festzulegen. Abgeleitet von Abschreibungssätzen bei
Autos, haben sich folgende Verkaufswerte für gebrauchte Velos in der
Praxis bewährt:
Benötigt ein Velo oder ein Anhänger eine Reparatur, werden diese Kosten
vom Verkaufspreis abgezogen. Besonders gut erhaltene Velos können aber
auch etwas teurer verkauft werden. Bei Lackschäden oder viel Rost
vermindert sich der Preis. Auch wenn die Nachfolgemodelle technisch
deutlich ausgereifter sind – wie zum Beispiel vollgefederte
Mountainbikes oder Elektrovelos – liegt der Occasionspreis unter dem
Tabellenwert. Letztlich entscheiden aber auch hier Angebot und
Nachfrage. So sind zum Beispiel gute Kinderanhänger mit Federung und
Kinderwagenfunktion auf dem Gebrauchtmarkt stark gefragt und deshalb
sehr rar – und wechseln die Besitzerin oft mit geringeren Abschreibern.
Eine Investition in mehrere Generationen
Schauen wir uns die Problemstellung anhand eines konkreten Beispiels
aus dem Kindervelo-Occasionsmarkt an: Das «Speedy X20» von Tour de
Suisse, Sieger im letztjährigen Test (velojournal 4/06), kostet neu 550
Franken. Wird es nach drei Jahren weiterverkauft, so beträgt der Wert
dafür noch ungefähr 45% des Neupreises, also rund 250 Franken. Da Velos
in dieser Qualität auch bei intensivem Einsatz oft nur minimale
Gebrauchsspuren aufweisen, müssen keine weiteren Abzüge gemacht werden.
So hat dieses gute Velo die Eltern unter dem Strich bloss 300 Franken
gekostet. Das ist just gleich viel wie das billigste Velo im damaligen
velojournal-Test, das «California Hawaii» aus dem Jumbomarkt.
Aufgrund der einfacheren Qualität ist die Nachfrage nach diesen
billigen Velos geringer, denn der eine oder andere Defekt ist hier
durchaus wahrscheinlich. Damit sinkt der Wiederverkaufswert der
günstigen Modelle deutlich. Insgesamt kostet das teurere Qualitätsrad
schliesslich nicht viel mehr. Erfahrungsgemäss werden
Qualitäts-Kindervelos sogar von mehreren Kindergenerationen gefahren.
Damit verteilen sich die Anschaffungskosten des Fahrrads auf mehrere
Portemonnaies; mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Dreikäsehochs
von Anfang an mit guten, sicheren Fahrzeugen unterwegs sind.
Web-Adressen
www.igvelo.ch (Übersicht über Velobörsen)
www.velojournal.ch (Kleinanzeigen)
www.veloclick.ch (Velo-Occasionsbörse)
www.velomarkt.ch (Velo-Occasionsbörse)