Szene

Eurobike Award

Zum dritten Mal wurde im Rahmen der Fachmesse in Friedrichshafen der «Eurobike Award» vergeben. Reputierte Firmen standen aber immer noch im Abseits. Peter Hummel
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Gekapselter Antrieb für die Greenmachine von Flevobike.
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Das Giant Citystorm mit integriertem Gepäckträger, Scheinwerfer und Schloss.
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Das Baukasten-Konzept Jango von Topeak überzeugte die Jury.

Beim «Eurobike Award» sind gewisse positive Entwicklungen unverkennbar: Die 267 eingegangenen Beiträge sind ein Viertel mehr als bisher. Am Schluss des ersten Messetages fand die Preisverleihung erstmals in einem publikumsträchtigen Rahmen statt. Und die Jury, präsidiert vom renommierten Designer Nils Holger Moormann, achtete darauf, dass keine Produkte mehr prämiert wurden, die schon im Vorjahr gelobt worden waren und an denen nur Modellpflege betrieben wurde. Und sie wollte auch nicht wieder Prämierungen in mehreren Varianten (z.B. eine Ausführung Race, eine andere für MTB oder für Damen, resp. für Herren) vergeben.
Unter den 4 Goldgewinnern fanden sich 3 Alltagsfahrräder (Flevobike, Giant, Jango), aber kein Sportrad, was für die diesjährige Eurobike nicht untypisch war. Das liegt aber weniger an der Zusammensetzung der Jury (welche diesmal vor allem aus dieser Ecke kommt), als vielmehr daran, dass zahlreiche interessante Mobilitätsvelos eingereicht wurden; die Sportfraktion hingegen war verhältnismässig schwach besetzt; u.a. fehlte die komplette italienische Rennliga. Abgesehen davon, dass sich mit einer superleichten Carbonmaschine nicht mehr automatisch ein Award abholen lässt.

Wer nicht teilnimmt, ist selber schuld ...
Die Wettbewerbsbeteiligung war trotz deutlich mehr Teilnehmern immer noch nicht befriedigend. Die Jury ortete dafür verschiedene Gründe: Kleinen Firmen mag schlicht die Kapazität oder der Glaube an die Chance fehlen, einige grosse Hersteller scheinen den Award nicht nötig zu haben, weil sie eigene exklusive Werbeplattformen bevorzugen. Jedenfalls schade, dass insbesondere einige reputierte Marken oder die ganze gegenwärtig doch so boomende E-Bike-Branche durch Abwesenheit glänzten – umso mehr, als der Award auf gutem Weg ist, von Handel und Konsumenten als qualifizierte Orientierungshilfe und respektables Gütesiegel wahrgenommen zu werden. Vielleicht sollten die Veranstalter (die Messe Friedrichshafen als Ausrichter und das iF International Forum Design als Organisator) die Wettbewerbsakquisition doch etwas aktiver betreiben.
Noch nicht optimal ist die Sprachregelung: In den Vorjahren gab es Gold- und Silber-Prämierte und gut 40 bis 50 restliche Finalisten. Das verleitete viele dieser übrigen Nominierten dazu, sich unverfroren als Award-Gewinner zu bezeichnen, was beim uneingeweihten Publikum einen falschen Eindruck erweckt. Dieses Jahr gab es auch Bronze-Preis-Träger, davon allerdings gleich 35, was neben den 4 goldenen und 8 silbernen Preisen natürlich in keinem Verhältnis mehr steht. Da wäre die bisherige Regelung (aber mit klarer Definition «Finalisten») wohl doch die glaubwürdigere Lösung.









Fehlt den Schweizern der Glaube?

h+h. Die Schweizer Beteiligung am «Eurobike Award» (die nicht an eine Eurobike-Teilnahme geknüpft ist) war dieses Jahr schwach. Während BMC mit einem ähnlichen Bike wie im Vorjahr nicht schon wieder eine Auszeichnung erwarten durfte, hätte der Urner Newcomer Katz mit einem vollständig gekapselten Mountie alle Chancen gehabt – allerdings wurde das Bike erst zur Messe fertig. Schade auch, dass MTB Cycletech als schweizerischer Design-Vorreiter oder Simpel mit dem ersten «NuVinci»-Modell in Europa sich dem Wettbewerb nicht stellten.
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