
Bremshebel als Schalthebel: Verbesserte Ergonomie bei den Shimano XTR-Dualcontrol-Hebeln.
Obwohl Shimano und Sram auch an ihren Bremsen, Naben und
Kettenradgarnituren tüchtig gefeilt haben, werden hier nur die neuen
Schaltungen der beiden Konkurrenten vorgestellt, denn daran zeigen sich
die Neuerungen für die Biker am deutlichsten. Sram überträgt
Funktionen, die bislang dem Topmodell, dem XO-Schalthebel, vorbehalten
waren, auf den preislich günstigeren X9-Triggerschalthebel. Nun löst
man die Schaltvorgänge mit dem X9-Hebel auf den Trails nahezu gleich
«knackig» und schnell aus, wie es der Tester vom Topmodell her kennt.
Der Hebel für den Zeigfinger lässt sich bei der X9 auch mit dem Daumen
bedienen, zudem kann er unterschiedlich positioniert werden, was zu
einer angenehmen Ergonomie führt.
Sternstunde Ergonomie
Unterschiedliche Montagemöglichkeiten und die Daumenbedienung bietet
seit diesem Jahr auch Shimanos neuer XTR-Daumen-Zeigfinger-Hebel (in
Shimanos Sprache: STI-Schalthebel.) Das Vorgehen Shimanos hat eine fast
historische Komponente: Der Hersteller musste bisher noch nie mit
Merkmalen der Konkurrenz nachziehen. Gleichzeitig wendet sich Shimano
mit dem neuen STI-Schalthebel von der Dualcontrol-Doktrin ab.
Dualcontrol löste vor vier Jahren den damaligen STI-Schalthebel ab:
Hier ist der Bremshebel gleichzeitig Schalthebel, ähnlich wie es beim
Rennvelo seit Jahren Standard ist. Doch unter Bikern wurde einerseits
die Ergonomie heiss diskutiert, anderseits missfiel, dass damit die
Wahl des Bremsenherstellers massiv eingeschränkt wurde. Die Folge:
Sram-Komponenten machten vermehrt das Rennen. Um wieder Terrain
gutzumachen, lässt Shimano seit diesem Jahr den Kunden wieder die Wahl
zwischen beiden Schalthebelvarianten. Zudem verbesserten die
japanischen Ingenieure beim neuen Dual-Control-Bremsschalthebel die
Ergonomie deutlich. Damit wurde der Hebel im Geländetest auch bei
grossen Dualcontrol-Skeptikern zu einem valablen Kandidaten. Mit beiden
XTR-Schalthebeln können neuerdings zudem in beiden Schaltrichtungen
mehrere Gänge auf einmal geschaltet werden. In die eine Richtung sind
es mit einer Handbewegung nun vier (früher drei), in Gegenrichtung zwei
Gänge (bisher einer).
Gerade in stark coupiertem Gelände gestalten sich die Gangwechsel damit
flüssiger und schneller. Zum Schalten über mehrere Stufen bietet Sram
noch immer den alten Drehgriffschalthebel an, mit dem fast beliebig
viele Gänge auf einmal geschaltet werden können. Mit welchem
Schaltgriff der Biker am besten fährt, hängt allerdings stark von den
persönlichen Vorlieben ab.
Vision 2008
Die Velosaison hat noch kaum begonnen, da präsentiert Shimano bereits
die Neuheiten für 2008. Der Zeitpunkt mag zwar etwas verwirren, die
Produktionszyklen der Fahrradindustrie verlangen aber entsprechende
Vorlaufzeiten. Neben den Veloherstellern erhält jeweils auch ein
erlauchter Kreis von Fachjournalist-Innenen Einblicke in die Zukunft:
velojournal war dabei.
Mit einem neuen DH3N80 lanciert Shimano einen 490 Gramm leichten
Nabendynamo, beeindruckende 25 Prozent leichter als das
Vorläufermodell. Die Qualität der Kugellager und Dichtungen soll dabei
auf dem Niveau der besten Mountainbike-Naben liegen.
Für Tourenfahrer gibt es ein neues Pedal. Es kann sowohl mit normalen
Schuhen, als auch mit Veloschuhen mit Klicksystem gefahren werden. Das
Pedal ergänzt das bisherige Modell PD-M324, ist jedoch leichter und
bietet eine grosse Auflagefläche für den Schuh.
Schliesslich lanciert Shimano mit einem preisgünstigen hydraulischen
Modell auch gleich noch die Scheibenbremse fürs Volk. Mit der
überarbeiteten Sora-Gruppe engagieren sich die Japaner in der
Rennvelo-Mittelklasse.


Oben: Neuer X9-Trigger-Schalthebel von Sram.
Unten: Blick in die Zukunft – Shimanos Kombipedal für 2008.