Dr. V. Love

Dr. V. Love

Der akademische Anheizer


Sehr geehrter Dr. V. Love
Als guter Schweizer habe ich bis anhin mein Mobilitätsverhalten auf den öffentlichen Verkehr ausgerichtet. Nun liess Bundesrat Leuenberger kürzlich verlauten, die grösste Belastung der Luft mit Schadstoffen stamme nicht aus dem Verkehr, sondern habe ihre Ursache in den schlecht isolierten Häusern. Erfreut fahre ich seither wieder Auto. Nun lese ich aber, dass in meinem Wohnquartier in Zürich Wiedikon die schlechteste Luft der Schweiz herrscht. Kommt das nun vom Verkehr oder von den stinkenden Heizungen?
Hugo B. aus Zürich

Sehr geehrter Herr Binggeli
Selbstverständlich von der Heizung. ZürcherInnen wissen schliesslich, dass die Luftmessanlage in Zürich Wiedikon direkt neben der viel befahrenen Weststrasse steht, welche für ihre schlecht isolierten Wohnungen geradezu berüchtigt ist. Gegen diese perfide Berieselung mit Schadstoffen aus Heizungskellern sind die Zehntausenden von Kraftfahrzeugen, die hier jeden Tag vorbeifahren, ein Klacks.
In solch dicker Luft im Auto zu bleiben, ist eine gute Idee. Karosserie und Scheiben bieten Schutz. Für eine nachhaltige Lösung braucht es allerdings neue Ideen. Mein Beitrag dazu ist der Feinstaub-Airbag. Denn ein Feinstaub-Airbag könnte Sicherheit verleihen. Nicht, dass er sich bei Gefahr aufbläst und den Kopf schützt. Nein. Er wäre multifunktional. Einerseits könnte er als Sack an den Auspuff gehängt werden und die Schadstoffe einsammeln. Diese warme, energiereiche Luft könnte dann wiederum zum Heizen der schlecht isolierten Wohnungen genutzt werden, sie würde zur Wärmewolke in der Mitte des Wohnzimmers. An die Zimmerwände könnten zudem als leicht zu implementierende Zusatzmassnahmen spezielle «Roombags» gehängt werden. Diese fangen die Wärme auf und halten die Wände weiss.
Die Farbe bleibt aber ein Problem, denn bei aller Wärme dürfen wir nicht vergessen, dass Abluft die Tendenz hat, in düsteren Farben daherzukommen. Um das Problem vollständig zu lösen, sollte als drittes Element ein «Mouthbag» entwickelt werden: Über den Mund gestülpt, könnte dieser die Schadstoffe abfangen und uns in der Wohnung oder bei frostigem Wetter draussen dennoch die Wärme geben, die wir brauchen. Gratis und effizient.
Mein Ziel bei diesen Entwicklungen: Wir müssen uns daran erinnern, dass Luftschadstoffe nicht nur schädlich, sondern auch warm sind. Meine «Bag»-Ideen sind deshalb ein sicheres Mittel gegen persönliche Kälte, Klimaerwärmung und Schadstoffprobleme.

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