
Eisig, frostig, kühl und kalt. Nicht umsonst nutzt die Sprache
dieselben Worte für tiefe Temperaturen wie für distanzierte
Zwischenmenschlichkeit. Beides wird als ähnlich unangenehm
wahrgenommen. Doch während der Mensch die Möglichkeit hat, die
Frostigkeit im Kontakt direkt zu beeinflussen, ist er der
meteorologischen Kälte mehr oder weniger ausgeliefert. Hier hilft nur
ein wirkungsvoller Schutz. Mit dicken Socken und Handschuhen ist es
aber in der Regel nicht getan. Ein langfristig erfolgreicher Kampf
gegen Kuhnagel und Co. ist nur möglich, wenn man sich bewusst wird,
wann man friert und weshalb. Erst wenn das geklärt ist, lässt sich auch
die passende Ausrüstung gegen die Kälte finden.
Jeder Mensch beginnt
zu frieren, wenn die Aussentemperatur zu stark von der körpereigenen
Wärme abweicht. Von Person zu Person unterschiedlich ist hingegen die
Frage, wie rasch sich das Fröstelgefühl einstellt. Bei der
individuellen Kältesensibiliät spielt das Geschlecht eine geringere
Rolle als landläufig angenommen. «Aus der Praxis lässt sich nicht
generell bestätigen, dass Frauen früher frieren als Männer», schätzt
Remo Bischof, Experte bei Jugend und Sport im Bereich Winter-Trekking,
die Temperaturempfindlichkeit der Geschlechter ein. Es gibt eben auch
Männer, die sensibel auf Kälte reagieren. Bischof rät, diese
Empfindungen in jedem Fall ernst zu nehmen. Als Schweizer
MittellandbewohnerIn muss man nicht gleich wie die SportalpinistInnen
den Tod durch Unterkühlung fürchten, aber bereits eine Erkältung, die
sich vermeiden lässt, ist Grund genug, sich gegen die Kälte zu schützen.
Wenn
es uns fröstelt, hat das immer dieselbe Ursache: Der Körper verliert
mehr Wärme, als er im Moment produzieren kann. Weil der Organismus
zuerst den Rumpf und den Kopf mit all den überlebenswichtigen Organen
mit Wärme versorgt, frieren wir zuerst an den Extremitäten. Kalte Hände
und Füsse sind also nicht in erster Linie ein Zeichen dafür, dass sie
selbst besser eingepackt werden müssen, sondern dass der Körper als
Ganzes zu viel Wärme verliert. Dies geschieht, weil entweder nicht
genügend Wärme produziert werden kann oder zu viel von ihr abfliesst.
Ersteres kommt vor allem vor, wenn der Körper nicht voll leistungsfähig
ist. Solche Leistungsbremser sind z.B. Unterzuckerung, Erschöpfung
sowie Alkohol oder Nikotin. Diese Ursachen fürs Frieren lassen sich mit
etwas Voraussicht und einem angepassten Verhalten leicht bekämpfen.
Der Körper kennt kein Celsius
Mit
Weitsicht lässt sich auch verhindern, dass der Körper nicht zu viel
Wärme verliert. Isoliert man sich selbst gegen die Kälte, bewirkt die
Regel «viel bringt viel» oft das Gegenteil. Wer zu warm angezogen ist,
kommt so oft erst recht ins Frösteln. Schweiss, der nicht gut vom
Körper weggeleitet wird, führt zu einem Nässegefühl. Feuchtigkeit auf
der Haut, egal ob Schweiss oder Regen, entzieht dem Körper viel mehr
Wärme als Luft, da Wasser die Temperaturen um ein Mehrfaches stärker
leitet als Luft. Um nicht zu warm angezogen zu sein, empfiehlt Remo
Bischof die Faustregel, wonach man sich bei körperlichen Aktivitäten in
der Kälte etwa so warm anziehen soll, als betrüge die Temperatur zehn
Grad Celsius mehr. Ein weiterer grosser Wärmeräuber ist der Wind. Er
sorgt dafür, dass die aufgewärmte Luft nahe am Körper ständig durch
kalte Umgebungsluft ausgetauscht wird. Je stärker der Wind bläst, desto
stärker wirkt sich dieser sogenannte «Windchill»-Effekt aus. Ein Wind
von 60 km/h bei einer Thermometer-Temperatur um den Gefrierpunkt fühlt
sich am Körper beispielsweise etwa gleich an wie minus zwanzig Grad
Celsius bei Windstille.
Mit der passenden Kleidung kann man sich
gut gegen solche Wärmeverluste schützen. Das Zwiebelprinzip mit einer
feuchtigkeitswegführenden Schicht direkt am Körper, einer isolierenden
Schicht darüber und einer Aussenschicht als Wind- und Wasserschutz hat
sich am besten bewährt. Je nach Temperatur, Witterung und Aktivität
steigt oder sinkt die Bedeutung der einzelnen Schichtfunktionen. Es
empfiehlt sich, ein besonderes Augenmerk auf den Kopf und den Hals zu
werfen. Über diese Körperteile verliert der Mensch bis zur Hälfte
seiner Wärme; hier zeigt eine Isolierung mit einer Mütze und Schal
besonders grosse Wirkung.
Wer – so vorbereitet – den Körper warm
halten kann, behält auch eher ein angenehmes Gemütsklima. Dieses dient
wiederum den sozialen Kontakten in der Gruppe bei Outdoor-Aktivitäten,
und so schliesst sich der Kreis um die Ähnlichkeiten von
meteorologischer und zwischenmenschlicher Temperatur wieder.
Wenn die kühle Jahreszeit naht, ist dies noch lang kein Grund, das Velo in den Keller zu stellen.
Dank
immer besserer Ausrüstung steht einem komfortablen Ganzjahresradeln
nichts mehr im Wege. Ob in der Stadt oder für Touren. Wir stellen
einige ausgewählte Produkte vor.
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1| Allzeit-Helm Bell hat entdeckt, dass Stadtvelopiloten nicht nur bei Sonnenschein unterwegs sind, und mit einem eigens für sie entwickelten Helm darauf reagiert. Zubehör wie atmungsaktiver Regenüberzug, direkt ansteckbares Batterielicht und Rückspiegel für das Helmvisier machen den Metropolis zu einem bedürfnisgerechten Sicherheitsaccessoire für Alltagsfahrer. Technisch ist der Helm auf dem neusten Stand der Entwicklungen in Sachen Lüftung und Sicherheit. Der Metropolis und das passende Zubehör sind einzeln oder im kostensparenden Set erhältlich. Drei Grössen stehen in je drei Farben zur Auswahl Preis: ab 160 Franken www.chrissports.ch |
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2| Anti-Windkanal Über den Hals und den Kopf verliert der Mensch am meisten Körperwärme. Einen vielseitigen Kälteschutz für diese Körperteile bieten die Schlauchtücher von Buff, die sich sowohl als Schal, Mütze oder Gesichtstuch verwenden lassen. Das Modell Cyclone Buff ist mit einer atmungsaktiven Windstopper-Membran ausgestattet, welche die auskühlende Zugluft vom Körper fernhält. Der Überstoff besteht aus Microfasertuch und ist ohne scheuernde Nähte gefertigt. Das Cyclone Buff ist in verschiedenen Mustern erhältlich. Preis: 54 Franken www.contactbuff.ch |
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3| Wetterfester Komforttreter Für Velofahrer, die bei jedem Wetter in die Klickpedale treten wollen, bietet Shimano mit dem SH-MT90 einen widerstandsfähigen Tourenschuh an. Anders als bei den meisten Veloschuhen für Systempedale ist die Sohle gegen das Fussbett komplett abgeschlossen. So kann über den Cleat keine Kälte an die Füsse dringen, und Feuchtigkeit hat keine Chance, einzudringen. Unter dem Nubukleder-Überzug schützt eine Goretex-Membran bis über die Knöchel gegen eindringendes Wasser und sorgt für ein angenehmes Tragklima. Dank der stossdämpfenden Vibram-Sohle eignet sich der Schuh auch für längere Ausflüge zu Fuss. Preis: 279 Franken www.shimano.com |
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4| Energiesparend Liegen Wer auf dem Boden schläft, verliert mehr Wärme durch die Kälte des Untergrunds als durch die Abstrahlung gegen den Himmel. Eine gute Isolationsmatte ist deshalb geradeso wichtig wie ein warmer Schlafsack. Die Synmat 7 von Exped bietet einen beinahe doppelt so hohen Isolationswert wie herkömmliche aufblasbare Schaummatten. Dank sorgfältiger Verarbeitung bleibt die Matte lange prall gefüllt und über Jahre voll funktionsfähig. Dafür wurde sie heuer mit dem silbernen Outdoor Industry Award ausgezeichnet. Preis: 149 Franken www.exped.ch |
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5| Stylische Beinkleider Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist, schätzt gut sitzende Kleidung in bewegungsangepassten Schnitten. Die Outdoor-Spezialisten von Arc’Teryx haben für Damen und Herren funktionale und modische Hosen für unterwegs entwickelt. Für Frauen gibt es die Palisade Pant mit integriertem Gürtel, die aus schnell trocknendem Kunstfasermaterial gefertigt ist. Das strapazierfähige Material ist elastisch und atmungsaktiv. Die Männerhose Alibi Pant sieht aus wie eine modische Jeans, ist aber dank einem Mix aus Kunst- und Baumwollfasern perfekt für die Freizeit unter dem offenen Himmelszeit geeignet. Preis: 169 Franken (Palisade Pant), 139 Franken (Alibi Pant) www.transa.ch |
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6| Wärme auf Knopfdruck Wenn man bereits friert, hilft eine externe Wärmequelle, die verlorene Körpertemperatur wieder zurückzubringen. Praktisch sind die mehrfach verwendbaren Wärmebeutel Magic Heat. Wenn man ein schwimmendes Metallplättchen im Beutel durchdrückt, kristallisiert die Flüssigkeit und gibt dabei für rund eine Stunde wohlige Wärme ab. Um den Beutel wieder mit Wärme zu «laden», muss er einfach für rund zehn Minuten ins kochende Wasser gelegt werden. Magic Heat lässt sich so mehrere hundert Male verwenden. Preis: 12.50 Franken www.veloplus.ch |
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7| edler Schwede Haglöfs kommt aus Schweden, und neue Jacken der Outdoor-Schneider müssen erst einmal den Härtetest im skandinavischen Wetter bestehen. Die Telis ist eine Mischung aus Rolls-Royce in Sachen Tragkomfort und Schweizer Armeetaschenmesser punkto Einsetzbarkeit. Ihre Reissverschlüsse sind laminiert, damit Wind und Wasser nicht eindringen können. Dank verlängertem Rücken hält die Telis auch auf dem Velo die Nieren warm und trocken. Rucksackträger schätzen die nahtlose und damit scheuerfreie Schulterpartie der Jacke, Helmträger die abnehmbare Kapuze. Mit gerade mal 560 Gramm ist die wasserfeste Allwetterjacke ein Leichtgewicht. Preis: 599 Franken www.transa.ch |
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8| Heisse Getränke Wer im Winter mit dem Velo unterwegs ist, kennt es: Man friert und sehnt sich nach einem wärmenden Getränk. Dieser Wunsch lässt sich nun stilvoll erfüllen. Die elegante Metro Mug von Sigg passt genau in den Bidonhalter am Velo (Durchmesser des Bodens: 6 cm). Sie hat eine handliche Form, ist aus hochwertigem Edelstahl gefertigt und fasst 380 ml Flüssigkeit. Ideal für unterwegs – und wer keinen Bidonhalter hat, verstaut die Flasche einfach im Rucksack. Preis: 30 Franken (erhältlich in Silber und Dunkelblau) www.sigg.ch |