
Beim Pickup-Bike ist das Hinterrad kleiner. Dafür ist der Korb auf
dem Gepäckträger viel grösser, als das bei normalen Velos möglich wäre.
Dieser XXL-Korb hat die stattlichen Masse von 50x70x30 Zentimeter. Da
hat locker ein grosser Wocheneinkauf Platz.
Dank dem tiefen
Schwerpunkt des Korbs fährt sich das Pickup-Bike auch beladen gut, für
Schwerlasttransporte könnte der Rahmen aber etwas steifer ausgelegt
sein. Punkto Ausstattung hält es sich an möglichst wartungsarme
Komponenten: Nabendynamo, Rollerbrake und die 8-Gang-Nabenschaltung von
Shimano. So ausgerüstet, kostet das Pickup-Bike 1890 Franken. Bei
längeren Steigungen kommt man damit an Grenzen, insbesondere mit einer
schweren Ladung im grossen Korb. Eine Version mit Bionix-Elektroantrieb
ist daher in Planung.
Zwei in einem
Nach
dem Prinzip «two in one bike» kann beim Smike mit wenigen, einfachen
Handgriffen ein Seitenwagen an- und abgekoppelt werden. Auf dem
Seitenwagen kann eine erwachsene Person Platz nehmen, er bietet aber
auch für Getränkekisten und den Grosseinkauf Platz. Die maximale
Zuladung beträgt 75 Kilo. Das Smike zu fahren, braucht etwas
Gewöhnungszeit: Durch den – für eine gute Kurvenlage – beweglich mit
dem Velo verbundenen Seitenwagen zeigt das Smike ein ganz spezielles
Fahrverhalten. Es entspricht weder einem Zwei- noch einem Dreirad. Am
meisten Spass macht die «Turbo»-Ausführung mit dem Heinzmann-Motor
(4360 Franken). Ohne Motor (2760 Franken) spürt man das relativ hohe
Eigengewicht schon bei kleinen Steigungen deutlich. Die Übersetzung
besteht aus einer 7-Gang-Nabenschaltung, gebremst wird mit
hydraulischer Felgenbremse. Zurzeit kämpft Smike noch mit der
Strassenzulassung, da das Schweizer Gesetz (noch) keine entsprechende
Vorschriften kennt. Warentransport ist mit dem Smike jedoch erlaubt.
Weder
die Leute von Smike noch die Gebrüder Merki, welche das Pickup-Bike
lancierten, stammen aus der Velobranche. Die Idee zum Transportvelo
hatten Gallus und Gregor Merki, beide Lehrer, aus eigenem Bedürfnis
heraus. Ein Rahmenbauer in Tschechien fertigt die erste Serie der
Rahmen, der Luzerner Montagebetrieb Interbike übernimmt die Montage der
Velos. Den Vertrieb übernehmen die beiden selbst.
Asien als Vorbild
Rita
Suter, die treibende Kraft hinter dem Smike, ist auf Reisen in Mexiko
und Asien auf die Idee des Seitenwagen-Velos gekommen. Sie war angetan
vom Charme und dem praktischen Nutzen der Rikschas. Mit der festen
Überzeugung, dass das dortige Massenfahrzeug auch hier Zukunft haben
müsse, setzte sie sich in den Kopf ein solches Fahrradkonzept für
europäische Ansprüche zu produzieren. Schnell war klar, dass das
Fahrzeug leichter und flexibler sein müste. Die Kauffrau gab einem
Ingenieur den Auftrag und zog einen raderfahrenen Designer bei, erlebte
aber die Velobranche anfänglich als wenig kooperativ. Nach langer Suche
hat sie in Taiwan einen Rahmenhersteller gefunden, für die Produktion
arbeitet sie mit Simpel zusammen, den Vertrieb organisiert sie mit
einem eigens dafür eingestellten Mitarbeiter selbst. Nach der Schweiz
will Smike als erstes Deutschland und Dänemark ins Visier nehmen.
Beide
Transportvelos haben noch das Handicap, dass bislang kaum jemand daran
denkt, Velos als Transportgefährte einzusetzen: Das Pickup-Bike bietet
sich als Geschäftsfahrrad für Gewerbetreibende ebenso an wie als
Dienstvelo in Gemeinden und Unternehmen. Das Smike tritt fürs Erste als
Familienfahrzeug auf, zum Einkaufen und zum Transport, als
Solo-Stadtvelo oder für einen gemütlichen Ausflug mit Begleitung ins
Grüne. Doch auch im Rehabilitationsbereich, in Heimen und Spitälern
oder im Tourismus gäbe es Einsatzmöglichkeiten. Weitere Ideen, wie und
wofür der Seitenwagen genutzt werden kann, liegen bereits in der
Schublade. Mit Blick ins Ausland meint Rita Suter: «Ganz Asien kann
sich doch nicht täuschen!»
www.smike.ch, www.pickup-bike.ch