Film

Bunte BMX-Action aus den Achtzigerjahren

«Die BMX-Bande» ist ein kurzweiliger Familienfilm. Er wirkt heute etwas verstaubt, versprüht aber Charme. Für Nicole Kidman gab es die erste Rolle in einem Kinostreifen, und bei manchem Teenager weckte er den Traum vom eigenen BMX-Rad. Bruno Angeli
Drei australische Teenager benötigen dringend Geld. Ihre BMX-Räder sind beschädigt und müssen repariert oder ersetzt werden. Judy – verkörpert von der noch jungen Nicole Kidman –, P.J. und Goose finden per Zufall eine Kiste mit Walkie-Talkies. Diese wollen sie nun zu Geld machen. Dumm nur, dass die Geräte einer Bande von Bankräubern gehören. Die Funkgeräte sind wichtig für eines ihrer finsteren Vorhaben und werden dringend benötigt. Deshalb wollen die trotteligen Gesetzlosen ihre Funkgeräte zurück. Sie entführen Judy, P.J. und Goose. Es kommt zu einer Befreiungsaktion.
«Die BMX-Bande» ist ein Actionfilm, geprägt von wilden Verfolgungsjagden auf BMX-Rädern und Slapstickeinlagen. Der grausige Soundtrack trübt allerdings das Sehvergnügen. Man würde ihn gerne abschalten, doch das Abdrehen des Tons hilft nicht, man würde die kuriosen englischen Dialoge verpassen. Einmal mehr ist der Zuschauer mit der Originalfassung besser bedient. Die eigenwillig synchronisierten Dialoge in Deutsch wirken aus heutiger Sicht verstörend.

Neue Vorbilder
In den frühen Achtzigerjahren waren BMX-Räder in Australien in Mode. Regisseur Brian Trenchard-Smith nutzte diese Tatsache und drehte die Komödie auf Rädern mit bescheidenem Budget in Australien. Er benötigte dazu fähige Stunt-Doubles und Sponsoren wie Mongoose, welche die Räder stellten. Als der Streifen in die Kinos kam, löste
er in Europa, speziell in Ostdeutschland, einen BMX-Boom aus, und Kidman wurde auf einen Schlag auch ausserhalb Australiens bekannt. Als sie «Die BMX-Bande» drehte, war sie fünfzehn Jahre alt. Es war ihr erster Kinofilm. Sieht man Kidman in der Rolle als Judy, glaubt man kaum, dass es sich um dieselbe Person handelt, die im Jahre 2002 einen Oscar als beste Schauspielerin für ihre Leistung in «Moulin Rouge» bekam.
Die Australierin fällt in «Die BMX-Bande» mehr durch ihre krause Wuschelfrisur denn durch eine eloquente darstellerische Leistung auf. Leider gilt dies für das gesamte Ensemble. Zu hölzern wird agiert. Ausser Kidman ist einem grösserem Kinopublikum nur noch der Namen John Seale ein Begriff. Der mehrmals ausgezeichnete Seale gilt heute als einer der anerkanntesten Kameramänner Hollywoods. Er drehte Filme wie «Rain Main», «Der Club der toten Dichter», «Der englische Patient», für den er einen Oscar erhielt, «Cold Mountain» und viele weitere. Das Beste an «Die BMX-Bande» sind denn auch Seales Aufnahmen, die Tricks und die vielen komischen Einlagen, die er ausgezeichnet ins Bild gesetzt.
Heute wird «Die BMX-Bande» als Kultstreifen gehandelt. Der Film kann aber keine BMX-Kids mehr überzeugen. Die Szene hat sich weiterentwickelt, die gezeigten Tricks hauen niemanden mehr vom Hocker. Vorbilder wurden in der Zwischenzeit reale BMX-Rider wie Dave Mirra oder Matt Hoffmann. Diese Freestyle-Biker zeigten ihr können an Wettkämpfen wie den X-Games. Fotos und Filme solcher Events demonstrieren, was mit einem BMX-Bike machbar ist, und Computergames mit dem Konterfei der Helden finden sich in Tausenden von Kinderzimmern.
Der «Non-BMX»-Nachwuchs ab sechs Jahren hingegen wird weniger Ansprüche stellen. Er wird den lustigen und sympathischen Streifen zusammen mit Mama und Papa geniessen. «Die BMX- Bande» ist ein Streifen, der nostalgische Gefühle weckt. Man wähnt sich für kurze Zeit in den Achtzigerjahren – alles schön bunt und schrill. 

«DIE BMX-BANDE» – DIE DVD

Originaltitel: BMX Bandits. Australien 1983.
Regie: Brian Trenchard-Smith.
Drehbuch: Patrick Edgeworth, Russell Hagg.
Kamera: John Seale.
Mit: Nicole Kidman (Judy), Angelo D’Angelo (P.J.), James Lugton (Goose), David Argue (Whitey), John Ley (Moustache), Bryan Marshall (The Boss) und andere.
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Bonus-Tracks: Zwei Original-Trailer, Titelsong: «BMX Bandits» von The Papers.
Freigabe: ab 6 Jahren.
Laufzeit: 87 Minuten.


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