
In der Modebranche hat die Wolle, vor allem in feiner Qualität,
schon lange ihre Existenzberechtigung. Geschmeidiges Cashmere,
ultraleichte Merinowolle, aber auch feinmaschige Lambswool fanden und
finden in verschiedenen Ausführungen ihre Kundinnen und Kunden – seit
ewigen Zeiten. Wer die feine Wolle kennt, schwört auf diese kuscheligen
Fasern und lässt sich davon nicht abbringen.
Alternative zur Synthetikfaser
Auch
die Freizeit-Bekleidungsbranche hat mit diesem Material Erfahrung, doch
die technisch hoch entwickelten synthetischen Fasern fanden in den
letzten Jahren mehr Anklang. Wie diese Entwicklung weiter verläuft,
bleibt spannend. Das Thema Natur- versus Synthetikfaser wird uns
jedenfalls weiter beschäftigen. Die Sportbekleidungsbranche liefert
sich nach wie vor ein regelrechtes Wettrennen um beste Beschichtung und
Tauglichkeit der Kleidungsstücke. Softshells zum Beispiel sind
weiterhin häufig im Gespräch und bei praktisch allen Marken zu sehen.
Das ist verständlich, denn diese Membran deckt drei Viertel der
Funktionen vollständig ab. Man spart damit eine oder mehrere Schichten,
was bedeutet, dass man weniger Gewicht auf dem Körper trägt. Trotzdem
hat sich auch die Wolle inzwischen ihren festen Platz auch in der
Sportbekleidung erobert, und innovative Anwendungen haben zu eleganten
und trendigen Kleidungsstücken geführt. Marken wie Icebreaker oder
Smartwool setzen Zeichen, die in der übrigen Branche bestimmt bemerkt
werden.
Sollen wir uns jetzt alle in Wolle hüllen? Die
Vielfalt
der Materialien und der erhältlichen Kleidungsstücke liesse dies
eigentlich zu. Denn Tatsache ist, dass sich Wolle in raffinierter
Verarbeitung der eigenen Körpertemperatur ohne Einschränkungen anpasst
– auch im Sommer. Dies erhöht den Tragekomfort und ist angenehm.
Inzwischen sind Oberteile in allen Schichten und lange Unterhosen in
feiner Wolle genau so leicht wie atmungsaktive Teile aus Kunstfasern.
Kommt hinzu, dass die Kleidungsstücke aus Naturfasern nicht so
geruchsempflindlich sind. Mit anderen Worten: Die Gefahr, dass man nach
einem sportlichen Einsatz übel riecht, verringert sich mit wollenen
Bekleidungsstücken merklich.
Natur hat ihren Preis
Für
fein verarbeitete Naturmaterialien zahlt man mehr. Das ist eine
Tatsache, die den Kaufentscheid beeinflussen kann. Doch wer kauft sich
ein Kleidungsstück, das zwar lange hält, den nächsten Trend aber nicht
überlebt? Diese Überlegung beschäftigt die Hersteller und
Weiterverarbeiter von kostbarer Wolle und Baumwolle. Vielleicht
entscheiden wir uns als KonsumentInnen primär fürs Wohlgefühl und damit
für ein Stück, das wir lange tragen können und das deswegen «im Trend»
bleibt.
Ihren Platz hat die Wolle im Freizeit-Bekleidungsbereich
auch, wenns um den fairen Handel geht. Dazu haben sich inzwischen
einige Marken bekannt. Dieser Fair Trade basiert auf einem
ökologisch-ökonomischen Fair Play und bedeutet, dass für die Woll- und
Baumwollproduktion und
-Ernte gerechte Preise und Löhne bezahlt
werden. Fair Trade bedeutet aber auch, dass die Rohstoffe vor Ort zu
verschiedenen Exportprodukten verarbeitet werden, ebenfalls zu
gerechten Löhnen.
Die Sportbekleidungs-Branche ist glücklich: Ein
wunderbarer Winter hat ihr ausserordentlich gute Geschäfte beschert.
Für die Sommermode hoffen wir auf gute Beratung in den Geschäften.
Vielleicht entscheiden wir uns trotz bevorstehender Wärme dann für ein
einmaliges Körpergefühl – für wohlig wollig.
Interessante Informationen zum Thema Fair Trade finden sich auf folgenden Websites:
www.cleanclothes.at
(Hier lohnt sich ein Blick in das Aktionsbuch. Es enthält einen
Shopping-Guide und listet verschiedene Marken auf, deren Engagement
geprüft worden ist).
www.fairtrade.net, www.ethicaltrade.org