Spezial

Frauen spezifisch angehen

Auch im Velofachhandel werden «Shop in Shop» sowie kundenspezifische Ausrichtung des Sortiments immer wichtiger. Ein Beispiel dafür ist die Firma Trek, die mit der Linie WSD seit einigen Jahren auf dem Markt präsent ist. Marketingleiterin Luisa Rissling erläutert das Konzept. Interview: Pete Mijnssen

velojournal: Frauenvelos waren vor zehn Jahren bereits ein Thema, dann verschwanden sie wieder sang- und klanglos. Weshalb?
Rissling: Weil der Markt nicht da war und das Thema falsch bearbeitet wurde. Das Ganze ist eine Frage der Kommunikation, was auch eine breite Bereitschaft im Fachhandel voraussetzt. Das ist Trek in den USA mit Erfolg gelungen, hierzulande ist dieser Markt noch zu entwickeln. Ich freue mich über das grosse Interesse bei unseren Händlern. So entstehen mehrere WSD-Corner oder gar eigenständige Abteilungen in den Geschäften.

velojournal: Nun zeigt sich gerade beim Thema Sättel, dass es den typischen Frauen- bzw. Männersattel ja gar nicht gibt.
Rissling: Stimmt. Aber es gibt individuelle Unterschiede. Mit der WSD-Linie gehen wir auf diese Bedürfnisse ein. Ein weiteres Angebot von Trek ist das jährlich veranstaltete «womensbikefestival.ch» mit interessanten Tipps und Tricks. Unsere FachhändlerInnen bilden wir im Programm «Trek University» weiter und sensibilisieren sie unter anderem für solche individuellen Bedürfnisse.

velojournal: Die Entwicklung vom Veloschuppen zum gestylten Velofachgeschäft ist etwas Positives. Aber besteht nicht die Gefahr, dass gerade Frauen vielleicht gar nicht in die Boutique-Ecke abgeschoben werden wollen?
Rissling: Bei unseren Beratungen geht es immer darum, in jedem Shop individuelle Lösungen anzubieten. Letztendlich müssen die Händler das Angebot kompetent erklären können.

velojournal: Sie fordern etwas, das in Sportshops schon lange Realität ist.
Rissling: Im Skibereich zum Beispiel hat Intersport ein neues Shop-Manual entwickelt und in Spanien, Finnland und Deutschland «women’s corner» eingerichtet. Die Investition zahlte sich schon einige Monate später mit siebzig Prozent Umsatzsteigerung aus. Im Velohandel fehlen diese Marketingmassnahmen noch. Die Dimensionen sind natürlich vergleichbar, aber wir sehen ein verbessertes, kundenspezifisches Ansprechen als eine grosse Chance – beziehungsweise als Potenzial für den Fachhandel.

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