Test

Ausrüstung: Warmradeln

Lautlos durch die Landschaft gleitend, erlebt man den Zauber des Winters am intensivsten. Bloss die tiefen Temperaturen stören. Das muss nicht sein, denn: Mit gutem Kälteschutz macht das Biken auch im Winter Spass. velojournal verrät, wie man mit cooler Ausrüstung kalte Füsse vermeidet. Marius Graber

 Auf kurzen Fahrten stört die Kälte kaum mehr, als wenn man zu Fuss unterwegs ist. Fährt man jedoch länger als eine Viertelstunde, sind besondere Strategien gefragt, um sich gegen Frost zu wappnen. Mit gängigen Windschutz- oder Regenkleidern schützt man Oberkörper und Beine gut gegen Zugluft. Die Hände bleiben in Handschuhen behaglich warm, und auch für Kopf und Ohren gibt es gute Wärmer (siehe vj 1/05). Kritisch wird es bei Füssen und Zehen. Da sich diese auf dem Velo nicht übermässig bewegen, setzt sich die Kälte hier am hartnäckigsten fest. velojournal hat getestet, wie auch Radlerfüsse schön warm bleiben.

 

Image
1| Windstopper-Socken
In der Übergangszeit sind es weniger die Zehen als das Fussgelenk, welches die Kälte als Erstes zu spüren bekommt. Während Füsse und Beine durch Schuhe und Hose vom Fahrtwind geschützt sind, ist das Fussgelenk der kalten Zugluft voll ausgesetzt. Von Gore testeten wir die «Alaska Socks N2S» mit eingearbeiteter Windstopper-Membran. Keine kalte Zugluft um den Knöchel – ein deutliches Plus an Wärme, ideal für kühle Tage. Wenns richtig kalt wird, brauchts aber noch mehr.
Gore Bike Wear, Tel. 00800-2314-4000, 69 Franken
Image
2| Achtung: Kältebrücke
Wer im Winter mit Klickpedal unterwegs ist, sollte sich nicht über kalte Füsse wundern. Der Übeltäter ist das Metallplättchen am Schuh das sich mit dem Pedal verhakt. Es liegt – meist nur durch eine dünne Sohle getrennt – direkt unter der Fusssohle und bildet so eine Kältebrücke par excellence. Hier fliesst unabwendbar und innert kürzester Zeit die letzte Behaglichkeit aus dem Schuh. Die Lösung ist radikal: Pedalplättchen demontieren, wenn möglich an dieser Stelle die Gummiabdeckung wieder draufschrauben oder gar einen weichen Wanderschuh schnüren. Und das Klick-Pedal gegen ein grössflächiges Pedal aus der BMX-Abteilung tauschen. Dadurch verbessert sich der Isolationswert der Sohle massiv.
Wer zum ersten Mal so fährt, wird zudem staunen, welch sicheren Halt ein gutes BMX-Pedal bietet. Man freut sich, gerade bei eisigen Verhältnissen, über den schnellen Bodenkontakt. Zudem muss man sich bei Schnee nicht mehr über verklebt-verstopfte Pedalplättchen ärgern. BMX-Pedale gibt es in einfacher Qualität bereits ab 22 Franken von Wellgo. Die teureren Modelle derselben Firma sowie auch jene von Shimano, DMR, Truvativ und Bixs kosten um 100 Franken.
Image
3| Winterschuhe
Shimano, Lake und Gaerne bieten spezielle Winterschuhe an, welche einerseits über eine besonders gute Isolationsschicht und Wasserdichtigkeit verfügen, bei denen aber auch die Laufsohle so konstruiert ist, dass die Kältebrücke durch das Pedalplättchen möglichst vermindert wird. Diese Modelle kosten schnell einmal um die 200 bis 300 Franken. Wer den Zauber des Velofahrens im Winter aber erst einmal entdeckt hat, dem werden die warmen Zehen dies wert sein. Der gefahrene Shimano SH-MW02 ist aus Leder und Gore-Tex, innen leicht gefüttert und deckt im Gegensatz zu herkömmlichen Schuhen auch den Knöchel ab. Eine zusätzliche, besonders dicke Sohle wirkt gegen die Kältebrücke bei Klickpedalen. Dank massivem Profil kann man auch bei garstigen Verhältnissen noch gut gehen. Auf der eineinhalbstündigen Testfahrt bei winterlichen minus drei Grad blieb der Fuss schön warm, wogegen im normalen Bikeschuh die Zehen schon längst gefühllos waren.
Fuchs-Movesa, Tel. 056 464 64 64, 289 Franken
Image
4| Minikachelofen
Wenn alles nichts nützt dann hilft möglicherweise der folgende Hinweis weiter: Die Schuhheizung. Die zu kleinen Heizradiatoren umfunktionierte Einlegesohle bringt Kachelofen-Gefühl in die Schuhe. Zwei Akkus, die entweder am Schuh oder mit Verlängerungskabeln in der Jackentasche untergebracht sind, versorgen die Heizsohlen mit Strom. Die Heiz-Einlegesohlen können auf den jeweiligen Schuh zugeschnitten werden. Die von uns ausprobierte Marke HeatVario erhielt bei der zweistündigen Ausfahrt bei minus sechs Grad das kuschelige Fussklima aufrecht – laut Hersteller würde die Energie gar für sechs Stunden reichen.
Agentur Felix, Tel. 071 911 66 16, 199 Franken
Image
5| Wärmehaube
Simple Idee, grosse Wirkung: Als zusätzliche Isolationsschicht werden die Neoprenüberzüge wie eine Wärmehaube über die Bike-Schuhe gezogen. Sie schützen zudem gegen Wind und Nässe. Die Überzüge gibt es in verschiedenen Dicken und Ausführungen. Die getesteten Exemplare von Löffler gaben ein schönes Plus an Wärme und Behaglichkeit. Überzeugt hat zudem der schlaue Reissverschluss, der zum einfachen Handling wesentlich beiträgt. Eher ungeeignet sind die Neoprenüberzüge für alle, die lange oder im rauen Gelände damit herumlaufen wollen, denn dafür sind sie nicht robust genug.
Moda Sportiva, Tel. 032 397 15 02, 79 Franken
Abo
Kein Flash-Player installiert.

Nachrichten

15.05.2012:
11.05.2012:
8.05.2012:
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
© 2011 velojournalImpressum