Test

Pack den Esel!

velojournal hat sich auf die Suche nach guten Taschen für den Einkauf gemacht und dabei interessante Produkte entdeckt, mit denen man den Drahtesel in einen arbeitsfreudigen Lastesel verwandelt. Der Testbericht. Marius Graber

Die meisten Einkaufstaschen fürs Velo werden als Einzelstücke angeboten und können links oder rechts am Gepäckträger montiert werden. Das einseitige Beladen des Velos stört im Fahrbetrieb kaum. Über den praktischen Nutzen entscheidet im Wesentlichen das Hakensystem. Ist die Befestigung umständlich, bleibt die Tasche schnell mal zu Hause. Die Nase vorne hat hier Ortlieb mit den selbstsichernden Haken: Wird die Tasche an den Gepäckträger gehängt, verriegeln sich die Haken automatisch. Durch ziehen am Handgriff können sie wieder entriegelt werden. Ebenfalls sehr praktisch sind die auf den Gepäckträger einstellbaren Haken von Klick-Fix. Hier sichert ein zusätzliches Klettband die Tasche vor dem Herunterfallen.

Veritable Kofferräume

Dass die Befestigung der Flaps-Tasche mit Riemen und Schnallen umständlich ist, wird jedoch nur einmal stören. Die Tasche bleibt fix am Velo, mit zwei Kabelbindern kann sie, um einen höheren Diebstahlschutz zu erzielen, zusätzlich am Gepäckträger gesichert werden. Damit wird sie zum veritablen Kofferraum fürs Velo. In die grösste der drei Flaps-Taschen, die von uns getestete Jukkel, passt just eine grosse Papiertragtasche. Und das auf beiden Seiten – damit bringt man schon einen ordentlichen Einkauf nach Hause.
Wichtig für eine gute Veloeinkaufstasche ist eine steife Rückwand, damit die Tasche nicht in die Speichen gerät. Reflektoren erhöhen die Sicherheit in der Nacht, eine kleine Reissverschlusstasche erleichtert die Ordnung.
Besonders erwähnt sei hier die Basil Shopper-Tasche, die eigentlich aus der Kinderabteilung stammt. Solche Velotaschen braucht das Land: trendy, chic und funktionell. Die Haken verschwinden bei Nichtgebrauch elegant unter einer Stoffklappe, die Reflektoren wurden als Gestaltungselement ins Design integriert: eine praktische Handtasche fürs Fahrrad.

Ortlieb und Flaps vorne

Auf eine Gesamtbewertung haben wir bewusst verzichtet. Zu unterschiedlich sind die Konzepte, zu verschieden die Ansprüche der BenutzerInnen. Der Testcrew haben besonders die Ortlieb Bike-Shopper gefallen, die vor allem funktionell sehr überzeugt, sowie die Flaps, die wie ein treuer Butler immer hilfreich zur Verfügung steht.
Ein Tipp zum Schluss: Praktisch jede beliebige Tasche lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick zu einer Velotasche umfunktionieren: Die Hakensysteme von Ortlieb und des englischen Taschenhersteller Carradice sind einzeln erhältlich und lassen sich an bestehende Taschen nachrüsten.

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Weblinks

www.ortlieb.de
www.klickfix.de
www.pletscher.ch

Urs Rosenbaum

Korbsysteme – das Kreuz mit der Masche

Der Gepäckträgerkorb ist eine weit verbreitete Alternative zu den Einkaufstaschen. Grund genug für velojournal, die verschiedenen Systeme einmal genauer zu betrachten. Denn wer tüchtig einkauft, soll die erstandenen Waren auch sicher und bequem transportieren können.

Das traditionelle Velokörbli ist hierzulande so häufig anzutreffen, dass es dem Liedermacher Bluesmax zufolge so schweizerisch ist wie der Cervelat. Aller Beliebtheit zum Trotz: Eitel Freude verbreitet der Gepäckträgerkorb nicht. Die Fixierung des Standardkorbs mit zwei Haken und der Federklappe ist bekanntlich weder wirklich stabil noch besonders einfach zu bedienen, wenn der Korb ab und zu auch mal in die Wohnung oder in den Laden mitgenommen werden will. Seit ein paar Jahren gibt es ausgefeiltere Weiterentwicklungen des Standardkorbs, die eine bessere Befestigung am Träger versprechen.
Soll der Korb ab und zu auch in den Laden mitgenommen werden können, überzeugen die neueren Systeme ebenfalls nur bedingt. Entweder mangelt es am einfachen Handling oder an der Kompatibilität zu den gängigen Gepäckträgern. Schade, denn der Velokorb hat ein grosses Potenzial. Eine überzeugende Lösung könnte nämlich auch ein gutes Argument für kleinere Einkäufe per Velo statt per Auto sein.

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1| Standardkorb mit Kabelbindern
Die Lösung ist billig und einfach. Mit einfachen Kabelbindern lässt sich ein Korb stabil auf den Gepäckträger zurren. Als Nachteil nimmt man in Kauf, dass der Korb nicht mehr einfach entfernbar ist. Damit der Korb auch wirklich fest hält, muss er sorgfältig befestigt werden. Im Minimum braucht es vier breite, satt angezogene Kabelbinder an den richtigen Stellen. Nicht geeignet für feinmaschige Körbe.
Preis: Zwischen 2 und 4 Franken.
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2| Ortlieb Korbadapter
Als Erweiterung zur Gepäckträgerplatte des Hartschalenkoffers bietet Ortlieb auch einen Korbadapter an. Dank vier Befestigungspunkten und der massiven Konstruktion hält er bombenfest auf dem Träger. Der Adapter passt zu praktisch allen handelsüblichen Körben, jedoch nur zu einigen Gepäckträgern. Seitentaschen können nur montiert werden, wenn der Taschenadapter genutzt wird. Dieser allerdings schränkt die Zahl der möglichen Gepäckträger zusätzlich ein. Eine genaue Prüfung, ob das System aufs eigene Velo passt, ist deshalb unumgänglich.
Preis: 12 Franken (Korbadapter), 33 Franken (Platte).
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3| Klick-Fix Korbfix
Die zwei Haltepunkte aus Kunststoff sind eine dauerhafte Alternative zur Korbbefestigung mit Kabelbindern. Dank einfacher und flexibler Montage passt Korbfix zu praktisch allen Gepäckträgern und Körben. Für feinmaschige Körbe gibt es eine zweite Variante.
Preis: Fr. 7.80.
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4| Pletscher 3-Punkte-System
Nebst einem kompletten Korb bietet Pletscher auch zwei Adapterplatten an, um das im Gepäckträger integrierte System mit dem Korb der eigenen Wahl kombinieren zu können. Die am Pletscher-Korb serienmässige Kunststoffvariante verfügt noch über Abstellfüsse, wärend die unverwüstliche Aluvariante lediglich auf den drei Systemnocken abgestellt werden kann. Auch wenn das Handling etwas umständlich ist, empfiehlt sich das System durch die weite Verbreitung der Pletscher-Gepäckträger und die grosse Auswahl an Aufsätzen.
Preise: 35 Franken (Korb) , 27.50 Franken (Kunststoffadapter), 29.50 Franken (Aluadapter).


Unentdecktes Potenzial?

Das Adaptersystem Freerack von Klickfix hätte das velojournal auch gerne getestet. Denn auf dem Papier klingt es verlockend: Verschiedene Körbe, Boxen und Taschen stehen als Aufsätze zur Wahl, ein Diebstahlschutz ist integriert und die Erfahrungen mit anderen Klick-Fix-Produkten lassen auf eine einfache Bedienung hoffen. Doch der Schweizer Importeur sah den Sinn der Prüfung im Korbtest nicht. Das System sei hauptsächlich für Gepäcktaschen gedacht und in der Verwendung als reine Einkaufslösung eigentlich zu teuer (Adapterplatte mit Schloss Fr. 45.–, Körbe Fr. 14.50 bis Fr. 25.– ). Ein harter Stand für eine neue Idee, wenn nicht einmal der Verkäufer an das Potenzial des Produkts glaubt.
 
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