
Eigentlich haben seine beiden Töchter Roger Eggenberger zu den Cruisern gebracht. Denn wegen ihnen liess er von den schweren Motorrädern mit starken Motoren und sensiblem Gasgriff. «Das Risiko eines Unfalls ist einfach zu gross. Aus Rücksicht auf Jeanine und Wanja hab ich mit den Töffs aufgehört», sagt der 35-jährige Gitarrenlehrer und Hausmann. Vor rund fünf Jahren fand er dann seine neue zweirädrige Liebe – die Cruiserbikes. Damals sah er im neu eröffneten Winterthurer Velogeschäft «Bike Bistro» einen schwarzen Dyno-Cruiser mit verlängertem Radstand und tiefergelegtem Sitz im Schaufenster und wusste sofort: Ja, so sieht für mich ein geiles Bike aus.
Der Longcruiser wurde schnell zu seinem, und bei dem einen ist es nicht geblieben. Elf Chopper, Stingrays und Lowbikes hat Roger unterdessen in seinem Schöpfli geparkt. Doch nicht alle dieser Bikes sind seine: Seine Familie ist unterdessen ebenfalls vom Cruiservirus befallen, und es war selbstverständlich, dass auch seine beiden Kinder einen Cruiser erhielten, sobald sie Velo fahren konnten. Am Wochenende stehen jeweils gemeinsame Cruisertouren auf dem Programm. Das Ziel von Roger, seiner Freundin und den Kindern ist mal ein Waldrand in der Umgebung seines Wohnorts Seuzach, mal die Innenstadt von Winterthur, wo sich die Leute nach der Cruiserfamilie jeweils die Hälse verrenken. «Mit meinem lila Chopper hab ich sogar schon Harleys die Show gestohlen», grinst Roger.
Das gelb-violette Bike ist Rogers Lieblingsstück. Gebaut wurde es von einem Harley-Tuner im Bernbiet – eher als Beweis für dessen Können denn als ernsthaftes Strassenfahrzeug. Dreissig Kilogramm wiegt allein das Motorrad-Hinterrad, das ganze Gefährt bringt es auf über fünfzig Kilogramm. Doch mit der Mountainbike-Übersetzung und etwas Willen bewältigt Roger damit auch den direkten Weg nach Winterthur über den Rosenberg. Sein Traum ist es, das Bike einmal auf einer Fahrzeugshow auszustellen. «Da würde es endlich so bewundert, wie es das Bike verdient hat!»