Test

Rein in den Sack, rein in den Zug

Das Velo in einer Tragtasche ist für Betreiber des öffentlichen Verkehrs Handgepäck. Und reist dadurch kostenlos mit. Das ist nicht nur praktisch, sondern manchmal auch die einzige Mitnahme-Möglichkeit im Zug überhaupt. Marius Graber

Geboren wurde die Idee vor mehr als zehn Jahren. Den Machern der damaligen Fahrradzeitschrift «Move» kam der zündende Einfall, dass mit einem grossen Nylonsack die damals rigide Haltung der SBB ausgetrickst werden könnte. Der «Tranzbag» war geboren. Inzwischen sind die SBB den VelofahrerInnen gegenüber liberaler geworden, mit der mühsamen Platzreservationspflicht in den ICN ist das Thema aber wieder hoch aktuell. Ebenso in vielen internationalen Zügen, wo der Fahrradtransport nur im «Sack» möglich ist. So reist das Velo nicht nur gratis mit, sondern auch einigermassen geschützt. Oder der Bag schützt den Autoinnenraum vor dem Dreck des Bikes, wozu die Transporttaschen ebenfalls häufig verwendet werden.

In zehn Minuten verpackt

Damit das Velo in den Sack passt, müssen die Vorderbremse ausgehängt, das Vorderrad entfernt und Gabel/Lenker um neunzig Grad gedreht werden. Anstelle des Vorderrades steckt man mit Vorteil eine Kunststoff-Achse zum Schutz in die Gabel. Wer Scheibenbremsen hat, steckt noch die Transportsicherung zwischen die Bremsbeläge. Diese Demontage benötig etwa zehn Minuten, geübte Biker schaffens sogar schneller. Damit auch Velos mit Schutzblechen in die Taschen passen, muss der Lenker leicht gelöst und abgedreht werden. Bei Bikes mit grossen Rahmen müssen Lenker und Sattel entfernt werden, was aber lediglich minimale Schraubkenntnisse voraussetzt.

Referenz Tranzbag

Im Test zeigt sich ein recht homogenes Bild. Noch immer gut im Rennen ist der Tranzbag. Abgefallen ist der Trainbag, er ist weniger robust, dafür aber auch deutlich günstiger. Mit «sehr gut» schloss der Transit von Veloplus ab, er stellt eine gute Synthese von Grösse, Packmass und Gewicht dar. Zudem wurde hier noch die Gabel-Polsterung optimiert. Der Bike Portection Bag ist viel leichter und winzig klein verpackbar. Mit den mitgelieferten Riemen kann das lose Vorderrad am Rahmen festgezurrt werden. Der ganz umgehende Reissverschluss vereinfacht das Verpacken und macht den Sack auch als Zeltunterlage oder Sonnenschutz verwendbar. Aufgrund der fehlenden Hand- und Schultertragriemen ist das Pack beim Umsteigen aber kaum zu tragen.
Der Railbag von Vitelli ist so gross geschnitten, dass auch grosse, beziehungsweise Velos mit Schutzblechen problemlos reinpassen. Für das Vorderrad gibt es eine separate Transportasche. Allerdings ist der Railbag zusammengefaltet um einiges grösser, was aber dann keine Rolle spielt, wenn der Sack während der Tour deponiert werden kann, ansonsten er mit Riemchen am Lenker oder Sattel des Velos angebracht werden kann.

 
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