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Vignette mit Fahndungszusatz

«BikeRefinder» – Velo-Wiederfinder – heisst das neue Angebot, auf das dieses Jahr zahlreiche Velovignetten hinweisen. Per SMS kann man die Nummer der Vignette registrieren lassen – vielleicht findet man das gestohlene Rad damit nach einem Diebstahl wieder. René Hornung

Die alljährliche Meldung zuerst: Die Velovignette mit der Jahreszahl 04 gilt noch bis Ende Mai. Ab 1. Juni muss der 05-Kleber am Velo angebracht sein, sonst ist die Lenkerin oder der Lenker nicht haftpflichtversichert. Die Versicherungsdeckung ist seit diesem Jahr in der ganzen Schweiz einheitlich und auf zwei Millionen Franken erhöht worden. Eine entsprechende Bundesvorschrift hat dafür gesorgt, dass die bisher uneinheitlichen Regelungen – die Haftpflichtdeckungssummen betrugen je nach Kanton und Vignettenanbieter zwischen einer halben und zwei Millionen – nun überall gleich sind, egal welche Versicherungsgesellschaft hinter dem Vertreiber der Vignetten steht.

Datenbanken gegen Diebstahl

Damit sind die Preise freilich noch immer nicht standardisiert. Die Unterschiede erklären sich zum einen aus der unterschiedlichen geografischen Gültigkeit der Versicherung im Ausland, zum anderen liegen die Preisunterschiede an den Verträgen, die die Versicherer mit Kantonen und Verkehrsverbänden resp. mit Migros und Kiosk AG abschliessen. Einer der Faktoren für die Preise ist auch das Unfallrisiko für Velofahrende, das in Städten höher ist als in ländlichen Regionen.
Vier der Vignetten-«Verkäufer» haben dieses Jahr Werbung von «BikeRefinder» auf ihre Vignetten gedruckt: VCS, Migros, Kiosk AG und die Generali-Versicherungen. Das «BikeRefinder»-System ist eine Datenbank, in die man sich per SMS und gegen eine einmalige Gebühr von Fr. 1.50 eintragen lassen kann. Wer ein Velo findet, meldet dies via Internet der Datenbank von bikerefinder.ch, und von dort wird der Besitzer informiert. Er muss sich anschliessend selbst mit dem Finder in Verbindung setzen und die Details des Standortes und der Übergabe abmachen. Die Eingabe in die Datenbank und die Benachrichtigung des registrierten Velobesitzers sind gratis.
Das System hat allerdings den Nachteil, dass sowohl Registrierung als auch die Fundmeldung auf Freiwilligkeit beruhen. «BikeRefinder» ist dafür einfach und beruht auf dem Prinzip des Schlüsseldienstes «KeyRefinder». Der VCS bietet diesen Service ebenfalls an. Muttergesellschaft ist «The Key Company» in Ponte Tresa im Tessin (www.lost.ch ).

Registrierung per SMS

Zur Registrierung der Velovignette braucht man nicht selbst Handybesitzer zu sein. Man muss nur jemanden kennen, der einem die Angaben per SMS wegschickt und akzeptiert, dass ihm die Telefonrechnung mit Fr. 1.50 belastet wird. Die Namen und Adressen zu einer Vignettenummer bleiben ein Jahr lang gespeichert, so lange eben die Vignette gilt, bis zum 1. Juni 2006. «BikeRefinder» beziehungsweise die Muttergesellschaft garantieren, dass die persönlichen Daten geschützt sind und nicht weitergegeben oder gar weiterverkauft werden.
Ob sich das «BikeRefinder»-System durchsetzen wird, muss sich erst noch weisen. Zahlreiche andere Systeme von Fahndungshilfen für die jedes Jahr gut 60000 gestohlenen Velos haben sich bisher in der Schweiz nicht durchsetzen können. Zwar verursachen die Velodiebstähle den Versicherungen jedes Jahr einen Schaden von rund dreissig Millionen Franken, doch die Gesellschaften sind in aller Regel grosszügig und betrachten ihre Diebstahlsentschädigungen als Werbung für Hausratsversicherungen. Entsprechend gering ist denn auch das Interesse vieler Velobesitzer, ihr Zweirad nach einem Diebstahl wieder zu bekommen: Nur eines von zehn gestohlenen Velos findet laut Statistik den Weg zum rechtmässigen Besitzer zurück.

Viele gescheiterte Registratursysteme

Verbände und Private wollen die Velodiebstähle aber nicht einfach hinnehmen und kämpfen seit Jahren für Verbesserungen. Nach der Abschaffung der jährlich neu zu kaufenden Blech-Plaketten, die alle registriert waren, hat sich bisher kein neues flächendeckendes Melde- und Suchsystem durchsetzten können:

  • Aus der diskutierten nationalen Velomeldezentrale wurde nichts.
  • Der «Veloindex» soll eine Datenbank werden, in der Vignettennummern erfasst werden. Finanziert werden soll sie aus einem Zuschlag zum Vignettenpreis. Alle Verkehrsverbände, darunter auch die IG Velo, befürworten dieses System, doch das Bundesamt für Strassen durfte dem aus der Ostschweiz stammenden Initianten keinen Direktauftrag geben. Er arbeitet deshalb zurzeit noch an einer Auslegeordnung, die die Vor- und Nachteile der verschiedenen Veloregistratur- und -fahndungssysteme zeigen soll.
  • Der Kanton Zug führte vor einigen Jahren einen eigenen «Velocode» ein.
  • In Bern und Biel versuchte man mit Zahlen-/ Buchstaben-Gravuren am Sattelrohr oder am Rahmen dem System «Bicycode» zum Durchbruch zu verhelfen. dreissig Franken kostete eine Gravur.
  • Das Gravursystem «Securmark» war dem Schweizer Fachhandel angeboten worden, doch dieser zeigte dafür wenig Interesse. Die Initianten sind nun mit der Stadt Zürich im Gespräch, um dort einen Pilotversuch durchzuführen.
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