
Tribecraft, Nose Applied Intelligence, Hannes Wettstein mit zet.designnetwork und N2 von Jürg Boner und Kuno Nüssli – verschiedene Schweizer Designer und Designunternehmen kümmern sich um Velostyling. Bloss: Was ist eigentlich ein Designvelo? Eines mit einer auffallenden Geometrie, eines mit einer besondere Farbe oder eines möglichst ohne Komponenten, ohne Kettenschutz, Schutzbleche und Gepäckträger? «Tatsächlich, sobald sehr viele Komponenten montiert sind, läuft ein Velo Gefahr, sein ‘Design’ zu verlieren», stellt Hannes Wettstein fest. Seine Konsequenz: Er hat zum «Est» selber Lichter, Schutzbleche mit einem eigenen Schnitt und einen Gepäckträger entwickelt.
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Mehrheitlich gilt Schweizer Velodesign heute als schlicht und
aufgeräumt, aber auch als retro- und klassikorientiert. Neues wird kaum
mehr gewagt. Laut Hans Meyer – Firmenchef von Tour de Suisse – sei das
«ganz klassische Velo» wieder gefragt. Bei Tour de Suisse sind achtzig
Prozent der verkauften Velos silbern, grau, dunkelblau oder schwarz.
Dazwischen versucht man aber immer wieder mal ein Experiment, etwa vor
drei Jahren mit dem knallgelben Modell Speeddrive.
«Die Branche
brauchte recht lange, bis sie begriff, dass Engineering und Grafik
wichtige Bestandteile eines erfolgreichen Produktes – auch eines
erfolgreichen Velos – sind», so Daniel Iranyi von Tribecraft. Dass es
bei Designdiskussionen zwischen Herstellern und Gestaltern mitunter zu
Konflikten kommt, bestätigt auch Campana, Geschäftsleiter von Swissbike
– allerdings aus einer anderen Warte als Designer Iranyi. Die
Hersteller fänden die Entwürfe der Designer oft «masslos» und zu wenig
auf die technischen Gegebenheiten abgestimmt. Aber noch im gleichen
Atemzug räumt Campana auch ein, dass ein bisschen mehr Mut zu besserem
Design durchaus gewünscht wäre.
Generell sind es jüngere Kundinnen
und Kunden über 25, aber auch viele in der Alterskategorie über 50 sehr
Detail- und Design-orientiert, wenn sie den Weg ins Fachgeschäft
finden. Wer es bunt und billig mag, kauft sich sein Velo hingegen wohl
im Warenhaus oder an einer Velobörse.