Szene
Schmaus, Schmaus, Graus?
Zu keiner Zeit wird so reichlich getafelt wie zum Jahresende. Geschäftsessen, Familienfeiern und andere Es(s)kapaden bringen den Kalorienpegel auf Höchstwerte. Die Völlerei macht träge, bewegen mag man sich kaum, die Pfunde wuchern. Béatrice Gaudenzi
Mit ein paar Tricks, lassen sich die Schlemmereien der Weihnachtszeit
ganz gut überstehen. Der erste Tipp ist ein altbewährter: vor dem Essen
reichlich stilles Wasser trinken. Das füllt den Magen und dämpft das
Hungergefühl.
Wer sich durch ein besonders üppiges Menü futtern muss, sollte sich von
jedem Gang nur wenig auf den Teller laden. Dann bestehen gute Chancen,
es bis zum Dessert zu schaffen. Langsam essen, gut kauen und emsig
Konversation betreiben – dieses Vorgehen hält einen davon ab, zu viel
zu essen. Der Gastgeber oder die Gastgeberin kommen nicht auf die Idee,
einem Teller, der immer noch halb voll ist, einen Nachschlag zu
verpassen. Einzige Gefahr: dass man auf die heikle Frage «Schmeckt es
nicht?» antworten muss. Die verneint man kurzerhand und widmet sich
wieder dem langsamen Genuss.
Ein guter Tropfen Wein gehört meistens
zu einem Festessen. Darin verbergen sich leider ebenfalls etliche
Kalorien. Die Taktik, viel zu trinken und wenig zu essen, ist vom
Energiewert her betrachtet also ein Trugschluss. Davon abgesehen soll
die Leber nach den Festmahlzeiten ja nicht im Zustand einer foie gras
sein. Dieses Organ ist sowieso besonders gefordert. In ihrer intensiven
Arbeit kann die Leber mit folgenden Hilfsmitteln unterstützt werden:
vor dem Schlafengehen fünfzehn bis zwanzig Tropfen Boldocynara (eine
sehr effiziente Bitterstofftinktur) in wenig Wasser auflösen und
schlucken. Ebenfalls wirkungsvoll ist eine Tasse Mariendistelkrauttee;
diesen bekommt man in den meisten Apotheken.
Mehr Bewegung!
Auf jeden Fall sollte man sich nach einem üppigen Essen nicht bloss um
den Weihnachtsbaum bewegen. Ein halbstündiger Spaziergang an der
frischen Luft wirkt Wunder, fördert die Verdauung und sorgt für tiefe
Nachtruhe.
Wer ein paar kulinarische Ruhetage zwischen den
Völlereien hat, legt eine Saftkur ein. Geeignet sind frisch gerpesste
Säfte oder die schmackhaften Traktorsäfte, dazwischen reichlich warmes
Wasser oder sanften Kräutertee trinken. Die Verdauungsorgane werden
ihnen dankbar sein.
Die Festtage eignen sich auch für körperliche
Betätigung. Sauna und Dampfbäder suggerieren zwar das Ausschwitzen
aller Exzesse, das stimmt jedoch nur bedingt. Klar, lästige
Körpergerüche werden verschwinden, Gewicht verliert man in der Sauna
jedoch nicht.
Wenn es für eine Velotour zu kalt ist, sind längere
Wanderungen ideal, um den Körper dauerhaft in Schuss zu halten. Die
Bewegung sollte wärmen und so den Stoffwechsel in Gang bringen, Frieren
hingegen bewirkt das Gegenteil.
Festtage sind eine ideale Zeit, um
sich gepflegt zurückzuziehen. Ein gutes Buch zu lesen, das alte Jahr
Revue passieren zu lassen – und sich mit all den Tipps im Kopf auf das
nächste Essen zu freuen.