Test
Ferngesteuert durch die Welt
Nie mehr orientierungslos: GPS-Geräte erleichtern die Fahrt im unbekannten Gelände.
velojournal liess sich von einem digitalen Navigator durch Wald und Wiesen lotsen. Und kam wohlbehalten wieder zurück. Marius Graber
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Garmin eTrex
Der Klassiker Etrex Vista Color ist absolut wasserdicht und die
Orientierung über das farbige Display angenehm. Weitere Features:
Strassen- und Topokarte, Speicher für 50 Tracks. Softwarepaket sowie
Halter für die Lenkerbefestigung.
Preis 769.– Franken.
www.garmin.ch
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Ob Sahara oder Saas Fee: Mit einem GPS-Gerät (Global Positioning
System) findet man immer einen Weg durch fremdes Terrain. Allfällige
Zweifel an deren Zuverlässigkeit sind schnell verflogen, denn die
elektronischen Helfer wissen dank guten Verbindungen zu
Navigationssatelliten immer, in welche Richtung die Fahrt weitergeht.
Bevor das Fahrvergnügen losgehen kann, ist freilich etwas Arbeit nötig:
Aus dem Internet muss zuerst eine Route, ein so genannter Track, auf
den Computer und von dort auf das GPS-Gerät geladen werden. Oder man
erstellt sich den Track auf dem PC mit Hilfe von digitalem
Kartenmaterial selber. Gar nicht so einfach, wenn man zwei linke
Computerhände hat.
Aus diesem Grund ist auch Christian Steiner mit
von der Partie. Seit der Informatikingenieur seinen sicheren Job
geschmissen hat, zeichnet er Bike- und Bergtouren für GPS-Geräte auf
und macht sie auf dem Internet zugänglich. Voller Enthusiasmus, aber
nicht ganz selbstlos: Wer ein Abonnement löst, kann unbeschränkt Tracks
herunterladen und bekommt dazu auch noch Hintergrundinformationen und
digitales Kartenmaterial.
Eine Frage des Komforts
Nun aber los. Das Display des GPS-Gerätes zeigt den Kartenausschnitt,
daraus hervorgehoben den programmierten Track. Ein kleiner Pfeil zeigt
die aktuelle Position. Sobald die Fahrt beginnt, setzt sich dieser in
Bewegung und fährt dem Track entlang. Insgeheim erwartet man nun
gesäuselte Anweisungen aus dem Lautsprecher, wie man sie vom Auto-GPS
her kennt. Doch das Gerät bleibt stumm, dafür steht auf dem Display
«nach rechts». Also wird rechts abgebogen, und auch das Pfeilchen
bewegt sich weiter auf dem gewählten Pfad. Über Schleich- und Waldwege.
Wollte man dieselbe Strecke ohne GPS-Unterstützung fahren, müsste man
alle paar Meter absteigen und die Karte konsultieren. «Natürlich geht
es auch ohne», gibt Christian Steiner unumwunden zu, «doch mit GPS
fährt es sich flüssiger. Eine Frage des Komforts.»
Im Wald wird die
Euphorie etwas gedämpft. Der Empfang ist schlecht, das Gerät gibt nur
noch eine Genauigkeit von 33 Metern an. Für den Laien ganz ordentlich,
für den Profi eine Katastrophe. Ungünstige Wetterverhältnisse und das
nasse Laub erschweren den Empfang der Satellitensignale.
Zudem
sind einem diese auch nicht immer gleich gut gesinnt. «Heute stehen die
Satelliten schlecht», stellt Steiner fest, der eine Genauigkeit von
sieben Metern gewohnt ist. Prompt verpassen wir die nächste Abzweigung.
Doch der Fehler bleibt nicht lange unbemerkt. Das Pfeilchen ist am
linken Display-Rand, der Track am rechten. Also zurück. Kurz darauf
treffen sich die Signale auf dem Display wieder – unser Weg stimmt.
Das wünschte man sich auch in der Stadt. Für die schnellste
Veloverbindung von A nach B oder beim Suchen einer unbekannten Adresse.
Doch so weit ist das System noch nicht. Strassen und Wege sind erfasst
und kategorisiert, die Programme jedoch auf Autos ausgerichtet. Man
würde als Velofahrer also mitunter zur Autobahn gelotst. So bleibt den
Bikern nur die touristische Nutzung.
GPS Touren im Internet
Die Geo-Tracks GmbH in Cham ist Europas grösster Anbieter von
GPS-Touren. Dort findet man über 1000 Mountainbikerouten, ein
Transalpnetz mit 1000 Etappen sowie 800 Skitouren und 400 alpine
Gebiete. Zu den Touren gibts digitales Kartenmaterial,
Kurzbeschreibungen und detaillierte Hintergrundinformationen. Die
sorgsam ausgewählten Routen sind gründlich rekognosziert, zudem sind
Informationen über den aktuellen Zustand verfügbar.
www.gps-tracks.com
Plans doch schnell per Telefon
Christian Steiners Augen leuchten. Die Entwicklung befindet sich zwar
noch in den Anfängen, Visionen sind aber erlaubt: «In ein paar Jahren
werden GPS-Funktionen in Handys eingebaut, so wie heute Fotokameras. Wo
immer man hinkommt, kann man sich dann per Mobiltelefon Bikerouten
vorschlagen lassen. Die ausgewählte Tour wird als Track über MMS aufs
Handy geladen und direkt installiert, mitsamt Karte, Infos zu
Sehenswürdigkeiten, guten Beizen und mehr.»
Unterdessen ist der
Heimweg geschafft. Das Gerät spuckt nebenbei auch akribisch Zahlen über
Kilometerleistung, Fahrzeit, Höhenmeter und Geschwindigkeiten aus. So
lässt sich nach Abschluss der Tour eine detailreiche, ganz persönliche
Bilanz ablesen.
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Magellan SporTrak Color
Ein
sehr komfortables Outdoor-Gerät. Das 240 x 160 Pixel grosse Farbdisplay
ist in der Lage, detaillierte Strassen- und Topokarte anzuzeigen. Mit
den 21 MB Speicherkapazität vermag es 20 Tracks zu speichern. Als
zusätzliche Orientierungshilfe sind ein elektronischer Kompass sowie
ein Höhenmesser eingebaut. Sogar die Auf- und Untergangszeiten von
Sonne und Mond können abgerufen werden. Mit den zwei AA-Batterien
erreicht das Gerät bis zu 14 Betriebsstunden. Ein Lenkerhalter ist
optional erhältlich. 799 Franken, Optilink, Tel. 032 323 56 66 www.magellangps.com
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Garmin Forerunner 101
Neben dem Klassiker Vista Color (siehe links) mit vollen GPS-Funktionen
präsentiert Garmin auch ein kompaktes Gerät fürs Handgelenk. 20
verschieden Tracks können gespeichert werden. Auf dem
Schwarz-Weiss-Display lassen sich jedoch keine detaillierten Karten
anzeigen. Neben der Navigationshilfe bietet das Gerät zusätzlich
Höhenmesser-, Geschwindigkeits- und Kilometerzählfunktionen. Diese sind
auch für Jogger oder Wanderer interessant und können gar den
Kilometerzähler am Velo ersetzen. Inklusive Velcro-Armband (ohne
Velohalter). 299 Franken, Bucher + Walt SA, Tel. 032 755 95 00 www.garmin.ch
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