Test
Helme: Das Auge fährt mit
velojournal wagt die Gegenthese zu den Berichten der einschlägigen Testmagazine. Laborwerte hin oder her: Der schönste Velohelm ist auch der sicherste beziehungsweise der Schönstbequemste. Marius Graber
Fühlt man sich unter dem Velohelm nicht wohl, weil er unschick ist oder
drückt und kneift, so liegt er just dann zu Hause, wenn man ihn am
nötigsten braucht. Der erste der vier velojournal-Tipps zum Helmkauf
lautet deshalb:
Erster Tipp:
Kaufen Sie sich den schönsten Helm, den Sie finden. Lassen Sie sich
nicht von der Kategorisierung in Rennvelo- und MTB-Helme irritieren.
MTB-Helme sind meist beim Hinterkopf tiefer geschnitten, damit dieser
besser geschützt ist, und verfügen über ein Visier als Sonnen- und
Regenschutz für die Augen. Rennvelohelme sind meist auf geringes
Gewicht und Aerodynamik getrimmt. Alpina, Bell oder Casco haben neue
Formen im urbanen, dezenten Stil entwickelt. Die könnten den Geschmack
auch jener treffen, die bis anhin alle Helme hässlich fanden.
Zweiter Tipp:
Kaufen
Sie keinen Helm, den Sie nicht vorher anprobiert haben. Kein Helm passt
auf jeden Kopf. So eignen sich gewisse Modelle gut für schmale Köpfe,
während andere besser zu runden Kopfformen passen. Teurere Modelle
werden in verschiedenen Grössen angeboten und sitzen meist bequem.
Wichtig ist das Haltesystem, das um den Hinterkopf greift. Es sorgt
dafür, dass der Helm nicht wackelt. Von Helmen, die kein solches
Haltesystem haben, sollte man die Finger lassen. Wenn auch die Riemen
korrekt eingestellt sind, hat man Gewähr, dass der Helm auch im Falle
eines Falles nicht verrutscht.
Tipp Nummer drei:
Gönnen
Sie sich im Zweifel den teureren Helm, der Mehrbetrag ist schnell
vergessen. Teure Helme sind zwar nicht à priori sicherer als
günstigere. Gewähr für Sicherheit gibt ein Aufkleber, der zeigt, dass
ein Modell nach der EN1078-Norm geprüft wurde. Auch das deutsche
GS-Zeichen («geprüfte Sicherheit») gilt als Garant.
Teure Helme
unterscheiden sich von günstigen beim Anpasssystem, bei der Belüftung,
bei der Qualität der Innenpolster und im Gewicht; sie sind deshalb oft
bequemer zu tragen.
Tipp Nummer vier:
Mit gescheitem Zubehör kommt man gut durchs ganze Jahr. Gegen Regen
oder kalten Wind gibt es Überzüge aus Nylon oder aus atmungsaktiven
Stoffen. Gegen kalte Ohren helfen die «Hot-Ears» von Riese-Müller: zwei
simple Faserpelzstücke, die über die Helmriemen geschoben werden und
die Ohren schützen. Wirds ganz kalt, empfiehlt sich eine spezielle
Helmunterziehmütze.
Und damit der lieb gewonnene Helm nicht
gestohlen wird, gibts «Minoura», ein dünnes Schlaufenkabel, das um den
Helm gelegt wird und an einem Bügelschloss gesichert wird.
Zum Schluss noch dies:
Helme
haben ein Ablaufdatum. Es ist nach vier bis fünf Jahren erreicht. Die
Polysterolschale altert und bietet nicht mehr den nötigen Schutz. Nach
einem Sturz auf den Helm muss dieser ebenfalls ersetzt werden, auch
dann, wenn keine Risse erkennbar sind.
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1| Bell Metro
Bell
hat als erster Hersteller zu einem Helm ein Zubehörset entwickelt:
passende Regenhaube, Ohrenwärmer, Wärmekappe und Visier mit
Rückspiegel. velojournal hat das System getestet: Die atmungsaktive
Regenhaube wird mit Druckknöpfen einfach angebracht. Die Ohrenwärmer
schliessen präzise am Helm an und umschliessen die Ohren wohlig. Etwas
fummelig ist der Rückspiegel am Visier. Er muss vor jeder Fahrt neu
gerichtet werden. Dann sieht man aber erstaunlich viel. Die gummierte
Helmunterkante verhindert, dass der Helm im harten Alltagseinsatz
leidet. Auf der Rückseite ist eine Lasche für ein Batterielicht
angebracht. So konsequent zu Ende gedacht wünschte man sich noch viele
Veloprodukte. Preis komplett 199 Franken, nur Helm 169 Franken www.chrissport.ch |
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2| Reevu
Beim
«Reevu» ist der Rückspiegel im Helm integriert. Ein kurzer Blick auf
das kleine Sichtfeld an der Helmvorderkante genügt, und man weiss, was
hinten geht. Möglich machts eine ausgefeilte Spiegeltechnik in einem
über den Helm fortlaufenden Kanal. In heiklen Situationen wird
man um einen richtigen Blick über die Schultern aber nicht herumkommen.
Einschränkungen gibts für Brillenträger und Rennvelofahrer, die stark
nach vorne gebeugt sitzen. Tragkomfort und Belüftung könnten noch
verbessert werden. Den «Reevu» gibts in zwei Ausführungen, den RV-LX1
für 169 Franken, den RV-DLX mit etwas besserem Tragesystem und besserer
Belüftung für 199 Franken. Verdeno Sport AG, Tel. 055 418 40 58 www.reevu.com oder www.sportbrands.ch |