Dr. V. Love

Dr. V. Love

Sehr geehrter Dr. V. Love
Die Veloindustrie erfindet immer wieder neue technische Mittel, um uns das Velofahren so bequem wie möglich zu gestalten. Wie kommt es aber, dass ein so entscheidendes Teil wie das Rücklicht trotzdem immer kaputtgeht, sei es durch Nachlässigkeit oder Gewalt? Weshalb gibt es niemanden, der dieses Teil besser macht? Das wäre doch billiger und auch ästhetischer.
Sybille M., Meiringen


Liebe Frau M.
Ob es billiger wäre, diese Teile besser zu machen, fragen Sie. Schlussendlich ja. Doch wer bezahlt denn gerne überhaupt etwas für ein Rücklicht? Für das Vorderlicht vielleicht, aber das Rücklicht? Nicht nur fällt sein Rot kaum auf, nein, es ist auch noch hinten angebracht, wo es kaum jemand sieht. Betrachten wir das Problem doch mal aus einer philosophischen Perspektive: Das Rücklicht dient dazu, die Velo fahrende Person gegen hinten zu schützen. Es erfüllt daher eine zwar wichtige, aber rein defensive Funktion, als sage es: «Bis hier und nicht weiter, sonst …» Aber eben, sonst was? Schutz bietet es keinen, es ist schliesslich nur ein einfaches Stück Plastik. Es ist ein Licht, und als solches markiert es Präsenz, ohne aber eine weitere Funktion zu erfüllen. Deshalb wird es auch so billig gebaut, und wenn es einmal zerbricht, dann trauert ihm keiner nach, denn es wurde ja auch kaum bemerkt, als es noch ganz war. Und schon gar nicht erschliesst es neue Räume (sendet also sozusagen sein Licht in die Zukunft) oder sorgt für einen leuchtenden Auftritt wie das Vorderlicht, weshalb es für immer das hässliche Entlein der Velolichter bleiben wird.
Doch es gibt Hoffnung. Im Zuge der Modernisierung des Velos, Beispiel Smover, könnten auch dem Rücklicht neue Funktionen zugeordnet und somit neues Leben eingehaucht werden. Es könnte Musik machen und so die VerkehrsteilnehmerInnen erfreuen. Oder man könnte einen Lichtmesser einbauen, damit seine Ausstrahlung flexibler wird. Doch wenn das Rücklicht endlich mehr werden will als es ist, so muss es ein grösseres Abschreckungspotenzial entwickeln: indem es als Laserkanone funktioniert und jedes Auto pulverisiert, das zu nahe kommt. Dafür müsste es nicht einmal die Farbe wechseln.

Ihre Fragen an: Turn on JavaScript!
Abo
Kein Flash-Player installiert.

Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
© 2011 velojournalImpressum