Szene
Zürich als schlechtes Vorbild
Sparen tut weh. Und es kann sogar Unfälle verursachen. Das müssen jetzt im Kanton Zürich die Kinder und Jugendlichen erfahren. Der Regierungsrat hat kürzlich die Abschaffung der Verkehrsinstruktoren beschlossen. Dave Durner
Alle reden von Sicherheit im Strassenverkehr, aber nur Zürich tut
wirklich etwas dagegen. Nachdem von den bürgerlichen Parteien
Steuersenkungen und Budgetkürzungen im grossen Stil durchgedrückt
worden sind, musste die Kantonspolizei ebenfalls Sparvorschläge machen.
Das Kommando machte den Vorschlag, die 19 Stellen in der
Verkehrsinstruktion zu streichen und damit rund zwei Millionen Franken
einzusparen. Schliesslich sei die Vermittlung von Wissen über das
richtige Verhalten im Strassenverkehr an Kinder und Jugendliche keine
Kernaufgabe der Kantonspolizei, und es bestehe auch kein gesetzlicher
Auftrag. Verschiedene Verbände, darunter die IG Velo Zürich und der
Verband der Kantonspolizisten, wehrten sich gegen dieses Ansinnen. Auch
in den Medien und in Leserbriefen war das Echo durchwegs negativ.
Grundtenor war die Meinung, dass diese Kürzungen punkto Kurzsichtigkeit
kaum zu überbieten seien. Schliesslich unterschrieben rund 140
Kantonsparlamentarier eine Dringliche Interpellation, welche die
Beibehaltung der Verkehrsinstruktoren bei der Kantonspolizei fordert.
Das Postulat wurde vom Kantonsrat gegen den Willen des Regierungsrates
Anfang Juli mit 113 zu 28 Stimmen überwiesen.
Ende Juni hat nun
der Regierungsrat beschlossen, die Verkehrsinstruktoren abzuschaffen
und nur noch vier Personen für Koordinationsarbeiten
weiterzubeschäftigen. Die konkrete Instruktion soll neu durch die
Gemeinden, Gemeindeverbände oder Private übernommen werden. Warum eine
gut funktionierende und eingespielte Organisation aufgelöst und durch
eine Unbekannte ersetzt werden soll, ist schleierhaft. Ob und wie die
Gemeinden überhaupt in der Lage sein werden, die Verkehrsinstruktion
der Kinder zu übernehmen, ist noch völlig unklar. Auch in den Gemeinden
sind die finanziellen Mittel knapp, und das Know-how für eine gute
Verkehrsschulung ist überhaupt nicht vorhanden.
Eine gesetzliche Grundlage ist nötig
So
bleibt zu hoffen, dass der Regierungsrat noch einmal auf seinen
Entschluss zurückkommt und eine Möglichkeit sieht, die
Verkehrsinstruktoren beizubehalten und die Kosten teilweise den
Gemeinden zu belasten. Einen wenig praktikablen Vorschlag zur
Finanzierung hat Finanzdirektor Ruedi Jeker gleich selber gemacht: Es
sollte eigentlich kein Problem sein, für die Verkehrsinstruktion einen
potenten Sponsor zu finden.
Die IG Velo Schweiz wird sich in der
Zwischenzeit dafür einsetzen, dass der Bund eine gesetzliche Grundlage
für die Verkehrsinstruktion schafft und den Kantonen einen Auftrag für
Verkehrserziehung an den Schulen erteilt. Bis heute fanden nämlich alle
Verkehrsschulungen auf freiwilliger Basis statt.
In die Stadt – ohne mein Auto
Die internationale Aktionswoche wird auch im kommenden September von
verschiedenen Schweizer Städten mitgetragen. An vielen Orten ist auch
die jeweilige IG Velo aktiv.
Basel
Die IG Velo beider Basel organisiert einen Velo-OL. Er dauert 45 bis 60
Minuten und erfolgt ohne Zeitnahme. Die rund 10 Posten können in
beliebiger Reihenfolge angefahren werden. Die Teilnahme ist kostenlos,
vorgängige Anmeldung erwünscht:
Turn on JavaScript! oder Tel. 061 363 35 35.
www.igvelo.ch/beidebasel Bern Die IG Velo Bern führt am 22. September eine Veloflick-Aktion durch. Ort: Innenstadt Bern.
Freiburg
Die IG Velo Freiburg organisiert am Samstag, 18. September, zwei
Veranstaltungen: eine E-Bike-Ausstellung auf dem Georges-Python-Platz
in Freiburg mit der Möglichkeit von Testfahrten sowie einen Veloausflug
unter dem Motto «Aquädukt und Mosaike: Eine Zeitreise ins Broyetal».
Programm:
www.igvelo.ch/fribourg/index.html Baden
Mobilitätstag und Tagung von Metropole Schweiz der Stadt Baden. Die IG Velo beteiligt sich mit einem Veloparcours.
Zürich
Velodemo
am 22. September in der Zürcher Innenstadt, anschliessend Fest mit Band
und kulinarischen Höhenflügen auf dem Turbinenplatz.
www.22september.ch Symposium zum Thema «Enthinderung – für eine behindertengerechte Mobilität».
www.multimobil.ch Zürich multimobil: am 26. September in der autofreien Zürcher Innenstadt.
www.multimobil.ch