Szene

Wo kommen denn die Pfunde her?

Meine Freundin Marianne befolgt meinen Ratschlag: Sie geht auf eine einwöchige Velotour und legt pro Tag gemächlich dreissig Kilometer zurück. Auf der Tour ist sie hungriger als sonst, sie nimmt zu und ist mir böse. Marianne, das müssen wir klären. Béatrice Gaudenzi
Dreissig und noch mehr Kilometer am Tag in die Pedale treten, weiterkommen mit dem Gefühl, etwas geleistet zu haben. Da kommen Glücksgefühle auf. Man fährt los, ist guter Dinge. Das Wetter ist herrlich, die Route ein Traum, es rollt sich leicht, und nach kurzer Zeit ist man im Rhythmus.
Erster Halt. Hungergefühle melden sich, eine üppige Zwischenmahlzeit drängt sich auf. Nach der Verpflegung rollt es sich nicht mehr so leicht. Der anfänglich beschwingte Rhythmus verlangsamt sich. Doch der Vorsatz wird verwirklicht: Die erste Etappe ist geschafft.
Das Hungergefühl meldet sich wieder. Zur Hauptmahlzeit wird ausgiebig gegessen. Danach fühlt man sich müde, man gönnt sich eine kurze Pause. Pedalen wird danach noch anstrengender. «Verdammt», denkt man sich, «warum habe ich mich bloss darauf eingelassen?» Doch das Tagesziel ist zu schaffen.
Am Abend wird wieder gegessen. Stolz, die vorgenommene Strecke geschafft zu haben, gönnt man sich ein wunderbares, kalorienreiches Menü und dazu noch ein gutes Glas Wein. Am zweiten Tag geht es schon besser, trotz gleicher Ernährung wie am ersten Tag.
Was ist bloss los mit meinem Körper?», fragt sich Marianne. Sie hat einen Mordshunger, glaubt die Kalorien mit den abgestrampelten Kilometern längst verbrannt zu haben. Doch am Ende der einwöchigen Velotour hat sie zwei Kilo zugenommen. Sie hat zu viel gegessen und sich im Verhältnis dazu zu wenig bewegt.

Kleine Portionen, wenig Fett

Eine ausgewogene Ernährung ist Voraussetzung für Leistung – auch im Freizeitsport. Das Wichtigste ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Diese verhindert auch, dass man sich unnötige und belastende Nahrungsmittel zuführt. Im Vordergrund steht eine kohlehydratreiche Ernährung. Der Körper wandelt Kohlehydrate in unmittelbar verfügbare Muskelenergie um. Die Fettzufuhr sollte reduziert werden: Fett verweilt viel länger in Magen und Darm, bevor es resorbiert und in Muskelenergie umgesetzt werden kann. Hochwertige Proteine (etwa Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte), Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig.
Zwischenmahlzeiten sollten deshalb vor allem aus frischen oder getrockneten Früchten bestehen. Eine Suppe nährt und ist eine gute Energie- und Flüssigkeitsquelle. Wenn Fett, dann als Beilage zu Gemüse und Salat. Und wichtig ist: Unterwegs nur kleine Portionen essen. So fühlt man sich wohler und kann sich abends auch einmal ein üppigeres Menü gönnen.
Marianne, geh doch auch dieses Jahr wieder auf eine Velotour. Deine begeisterte Karte beweist, wie du es unterwegs genossen hast. Und dieses Jahr wirst du mit einer etwas anderen Ernährung nicht mehr zunehmen.
Abo
Kein Flash-Player installiert.

Nachrichten

15.05.2012:
11.05.2012:
8.05.2012:
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
© 2011 velojournalImpressum