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Muss Velofahren wehtun?

Nein, muss es nicht und soll es nicht. Aber manchmal zwickt und schmerzt es trotzdem. Nicht lange leiden, empfiehlt velojournal. Mit einigen Kniffs und der richtigen Ausrüstung lassen sich Beschwerden vermeiden. Marius Graber
 Die Mehrheit der RadlerInnen klagt über Beschwerden beim Velofahren: Sitzprobleme, einschlafende Hände, schmerzende Füsse und anderes mehr. Wenn man bedenkt, auf welch kleiner Fläche das ganze Körpergewicht ruht, ist das nicht weiter erstaunlich. Wenns um Komfort und Wohlbefinden beim Velofahren geht, dreht sich alles um das ergonomische Dreieck: Sattel, Pedale und Lenker. Die richtige Einstellung und Gestaltung der Berührungspunkte zwischen Mensch und Maschine ist entscheidend.

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1–3| Lenker
Schmerzen im Nacken, an den Schultern, Armen und Händen können durch den Lenker verursacht sein. Entschärfend wirkt oft eine aufrechtere Sitzposition, die durch eine andere Lenkerform oder einen steileren Lenkervorbau erreicht werden kann. Mit dem Speedlifter lässt sich der Lenker in Sekundenschnelle und ohne Werkzeug in der Höhe verstellen. Stehen verschiedene Griffpositionen zur Verfügung, zum Beispiel mit Lenkerhörnchen oder einem Multipositionslenker, kann auf längerer Fahrt auch mal «umgegriffen» werden. Der neue X-ACT AHS1-Lenker von Humpert lässt sich vielfach verstellen und so exakt auf die persönlichen Bedürfnisse abstimmen. Manchmal brauchts aber auch nur ganz wenig: Die mit 17 Grad stärker gekrümmten Mountainbike-Lenker, von Syntace und MTB Cycletech sind ergonomisch viel besser.
Sehr viele VelofahrerInnen klagen über Taubheitsgefühle in den Fingern. Ursache ist ein zu hoher Druck auf die Aussenseite der Handfläche, der besonders bei Mountainbike-Lenkern häufig auftritt. Ergonomische Griffe vergrössern die Auflagefläche, stützen die Hand und beugen Fehlstellungen vor. Die neuste Generation legt ergonomisch nochmals tüchtig zu: Die Modelle von Ergon, Specialized und SQ-lab bestehen gar aus verschieden weichen Gummimischungen für optimale Funktion.
Zu überdenken ist die Regel, dass die Lenkerbreite der Schulterbreite entsprechen sollte. Velos lassen sich mit breiten Lenkern sicherer steuern, was insbesondere mit viel Gepäck, bei einem Trailerbike und bei Tandems von Vorteil ist.
Image 4| Sattel
Sehr viele Velofahrende sind mit einem schlechten und vor allem schlecht eingestellten Sattel unterwegs. Dabei gibt es zwei Problemzonen: den Dammbereich und die Sitzknochen.
Um Schmerzen im Dammbereich oder am Schambein zu verhindern, nutzen die Sattelhersteller verschiedene Möglichkeiten: Vertiefungen, (Specialized) einen besonders weichen Sattelaufbau (Veloplush) oder ein Medizinalgel-Polster (Selle Royal Lookin). Sättel mit einem Loch im Dammbereich (Selle Italia) funktionieren nach dem Motto «Wo nichts ist, kann nichts drücken». Einen neuen, eigenständigen Weg geht SQ-lab mit dem Stufensattel: Das Niveau des vorderen Sattelbereichs wurde leicht abgesenkt, damit eine Entlastung im Dammbereich erfolgt. Für Kunden mit Prostataproblemen gibts von derselben Firma den Easyseat, der ganz auf eine Sattelnase verzichtet und damit den Druck im Dammbereich auf Null reduziert. Für ihn ist jedoch eine aufrechte Sitzposition Voraussetzung. Im Unterschied zum Dammbereich können sich die Sitzknochen bei regelmässigen Fahrten abhärten. Dennoch kann der Grund für Schmerzen beim Sattel liegen. Ausschlaggebend sind Sattelbreite, Sattelwölbung (gemeinhin sitzt man besser möglichst flach) und Polsterung. Zu weiche Sättel können als ebenso unbequem empfunden werden wie zu harte. Ein Indiz für zu weiche Sättel sind Schmerzen, die nach ungefähr einer halben Stunde auftreten, wenn die Sattelpolsterung durchgedrückt ist.
Ob ein Sattel passt, merkt man erst auf einer längeren Fahrt. Gute Händler gewähren ein Umtauschrecht innert zehn Tagen.
Für die korrekte Einstellung gilt folgende Regel: Bei gestrecktem Bein soll die Ferse das Pedal gerade noch berühren können. Meist wird der Sattel waagrecht ausgerichtet. Bei viel Druck im vorderen bzw. hinteren Bereich des Sattels kann oft die Sattelnase mittels der Schraube unter dem Sattel abgesenkt oder angehoben werden. Nebenbei bemerkt: Zum Saure-Gurken-Zeit-Klassiker «Velofahren macht impotent» gibts auf der Website von sattel.de eine gute Abhandlung. Eins vorweg: Es besteht kein Grund zur Panik.
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5–6| Pedale
Nicht zu vernachlässigen ist die Bedeutung der Pedale. Die gesamte Antriebsenergie überträgt sich hier vom Menschen auf die Maschine. Gute Dienste leisten Veloschuhe – die steife Sohle verteilt den Druck auf die ganze Fussfläche. In Kombination mit Klickpedalen ergibt sich hier die effizienteste Kraftübertragung. Eine Alternative dazu sind Pedale mit grosser Auflagefläche und griffigem Profil, wie sie von BMX-FahrerInnen benutzt werden. So sind die Shimano DX-Pedale oder die legendären DMR V8 von DMR ein Geheimtipp für Tourenfahrer.
Wenn alles nichts nützt: Einige wenige qualifizierte Velohändler bieten individuelle ergonomische Beratung an. Diesbezügliche Anfragen richten Sie an Turn on JavaScript! .
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15.05.2012:
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