Dr. V. Love

Dr. V. Love

Sehr geehrter Herr Dr. V. Love
Kürzlich war wieder «Sächsilüüte» in Zürich. Nachdem ja nun auch eine Frauenzunft mitmarschieren darf, frage ich mich, warum es eigentlich keine Velozunft gibt. Das wäre bestimmt eine Blutauffrischung. Man könnte in Zukunft alle Zünftler gleich mit Stahlrössern ausrüsten, dann würden die doch recht unhygienischen Pferdeäpfel wegfallen, was den Staatshaushalt punkto Reinigungskosten massiv entlasten würde. Vielleicht könnte man den Termin dann auch gleich mit der «Züri-Metzgete» zusammenlegen, was ungeahnte Synergien aus sportlicher und optischer Sicht ergeben würde. Heinrich K. aus Z.

Sehr geehrter Herr K.
Seit über 150 Jahren feiern die Zünfte in Zürich den Frühlingsanfang um die Tag- und Nachtgleiche, reiten um den Scheiterhaufen und verbrennen symbolisch den Winter. Das Sechseläuten bietet alles, was ein Volksfest braucht: Farben, Explosionen, Kostüme und Waffen. Auf der anderen Seite haben wir die «Züri-Metzgete»: ein Zürcher Traditions-Event, der leider einiges von seiner Bodenständigkeit eingebüsst hat. Nicht nur wird er von den Deutschen organisiert (von der Upsolut Event GmbH, Hamburg), nein, die «Züri-Metzgete» bestreiten und gewinnen vor allem Ausländer, dazu noch in knalligen Trikots.
Eine Velozunft würde tatsächlich den Geist der beiden Anlässe vereinigen. Ich habe in meinen Undercover-Recherchen in der Zürcher Innenstadt vernommen, dass entsprechende Pläne schon ziemlich weit fortgeschritten sind. So hat sich Tony Rominger bereit erklärt, das Sekretariat zu übernehmen, während sich Jacqueline Fehr, Gabi Petri (die das Projekt politisch breit abstützen und Einsprachen verhindern) und Exkaiser Franz Beckenbauer (der am diesjährigen Sechseläuten Ehrengast der Zunft Hard war) das Präsidium teilen. Beckenbauer kennt nicht nur Deutschland sehr gut, er hat auch die entsprechenden Kontakte zur Zürcher Regierung, wurde er doch mit Stadtpräsident Ledergerber in Tracht erspäht. Dem Vernehmen nach soll die Stadt die «Züri-Metzgete» übernehmen und diese mit dem Sechseläuten und der Street Parade zu einem einzigen, gigantischen Party-Anlass vereinigen. Mit einem riesigen Feuer in der Mitte, umkreist von Hunderten von VelofahrerInnen in zünftigen Trachten. Stattfinden soll dieser Anlass dann im neuen Fussballstadion. Freude herrscht!

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