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Reservationspflicht auch für Basel-Genf

Die gestaffelte Einführung von ICN-Zügen auf der Strecke Basel-Genf bringt auch hier die obligatorische Reservation für Velotransporte und sorgt für neuen Ärger. Unklare Angaben der SBB liefern neue Argumente für die Petition «Ja zu Bahn und Velo».
Auch auf der Strecke Basel-Biel-Genf führen die SBB nun ICN-Neigezüge mit der unbeliebten Reservationspflicht für den Velotransport ein. Allerdings verfügen die SBB noch nicht über genügend neues Rollmaterial, sodass bisher nur teilweise die neuen Neigezüge fahren. Wer wissen will, wann ein ICN fährt und ob deshalb eine Veloreservation nötig ist (mindestens eine Viertelstunde vor Abfahrt am Bahnhof sein, fünf Franken Gebühr), findet Widersprüchliches: www.sbb.ch/icn liefert Informationen, die nicht mit jenen der Online-Fahrplanauskunft übereinstimmen. Verkehrten im Januar laut www.sbb.ch/icn drei ICN-Kompositionen pro Tag auf dieser Strecke, waren es gemäss elektronischer Fahrplanauskunft fünf.
Welche Auskunft ist nun richtig? «Diejenige auf www.sbb.ch/icn», lautet die Auskunft von SBB-Sprecher Christian Ginsig. Nur scheint man das bei der SBB-Info-Nummer 0900 300 300 nicht zu wissen. Dort dauert die Auskunft ziemlich lange, kostet Fr. 1.19 pro Minute und ist – so zeigte ein Test von velojournal – zuweilen falsch Eine Stichprobe (25.1. Basel ab 10.24 Uhr) zeigte zudem, dass statt des angekündigten ICN ein normaler Zug verkehrte.
Laut Ginsig wurde «aus Gründen der Systemgleichheit und um die Kunden nicht zu verwirren» mit der Einführung der Reservationspflicht nicht bis zur vollständigen Umstellung auf ICN-Kompositionen zugewartet

Keine Ausweichmöglichkeit

Weiteres Ärgernis: Während auf der Strecke St. Gallen-Zürich-Biel-Genf dank Halbstundentakt ein Ausweichen auf Intercity-Züge möglich ist, gibt es keine Alternative auf der Strecke Basel–Biel. Zwischen Basel und Delémont, von wo aus man per Zug bequem an die beliebten Ziele am Doubs oder in die Freiberge gelangt, verkehren nicht einmal Regionalzüge. Eine vierköpfige Familie mit Halbtax und Juniorkarte zahlt so zum Beispiel für die 35 Kilometer von Laufen (BL) nach St. Ursanne für die Billette 22.80 Franken, für den Velotransport aber zusätzlich stolze 60 Franken. Bei den SBB räumt man ein, dass das ziemlich viel Geld sei, «aber ein Familien-Ausflug ins Alpamare ist ja auch nicht gerade billig».
Eines ist sicher: VelofahrerInnen haben allen Grund, die Petition «Ja zu Bahn und Velo» zu unterschreiben.
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15.05.2012:
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