| An der Spitze der technischen Entwicklung steht nach wie vor das
Mountainbike. Hier gibt es ein Beispiel eines Velos, das die zwei
aktuellen Tendenzen zu mehr Hightech und zu puritanischer Haltung
vereint: Opium von MTBCycletech. Wie das Papalagi könnte es zu einem
Kultstück werden – zum einen wegen des Namens, zum anderen ist es bis
ins Detail weiss. Nach den betont schlichten früheren Modellen bedeutet
diese wahrlich blendende Optik eine klare Zäsur. Richtig süchtig machen soll Opium freilich durch seine Fahreigenschaften: dank dem Viergelenk-Federsystem soll es gleichermassen berauschende Steig- wie Downhillfähigkeiten haben. (1) Ein zweites treffliches Beispiel ist Genius von Scott, ein Velo, das im Herbst als eine der grossen Neuheiten gehandelt wurde. Nomen est omen: Dieses Crosscountrybike soll dank genial aufeinander abgestimmtem Viergelenk-Hinterbau und Federbein das Wippen beim Treten praktisch eliminieren. Bei der Form wurde auf einen fast klassischen Diamantrahmen zurückgegriffen. An der Ausschaltung der Antriebskräfte bei den Fully-Modellen arbeiten auch die andern MTB-Marken. Angestrebt werden verbesserte Kinematik und intelligente Dämpfer. Die Technik ist heute so weit fortgeschritten, dass auch neuere oder weniger prestigeträchtige Schweizer Marken wie BC, Bixs (2), Canyon oder Price bereits zu Preisen zwischen 2000 und 3000 Franken sehr gut funktionierende Fullys anbieten können. Hybride und Renner bleiben gefragt Gleichzeitig ist aber immer noch Bedarf und Platz für Marktnischen – etwa hochwertige Hardtails. BMC hat seine Crosslock-Rahmentechnologie vom Rennrad auf das Crosscountrybike Team Elite 01 übertragen; für 5699 Franken wird höchste Stabilität geboten. Purismus ist aber auch günstiger zu haben: Für 1499 Franken gibts eine vereinfachte, schon von der grundiergrauen Farbe her sehr schlichte Ausführung das Alpen-Challenge; der abgewandelte Name Challenger deutet an, dass es sich dabei eher um ein urbanes Messengerbike handelt. Wers noch reduzierter mag, greift mehr und mehr zum Rennvelo. BMC und Trek können dank Rennsport einen überdurchschnittlichen Anteil für diese Sparte verbuchen. Das Haus Trek-Villiger möchte nun mit Lemond sogar eine zweite starke Rennmarke aufbauen und verzichtet dafür auf Strassenflitzer unter dem Villiger-Label. (3) Selbstverständlich steht auch bei den Rennvelos Technik im Vordergrund: Neben zunehmendem Einsatz von Carbon gibts etwa auch eine neue Dämpferidee – Specialized hat die Gabel beim Modell Roubaix mit viskoelastischen Elementen versehen. Was den Skifahrern recht ist, soll den Rennradlern billig sein! (4) Endlich: Leichter Allrounder ist daWers superleicht mag, der muss indes nicht mehr unbedingt zum fragilen Renner greifen. Cresta hat die Lite-Serie SL entwickelt, deren leichtestes Modell Sfera ganze 9,9 kg wiegt – für ein voll ausgerüstetes 27-Gang-Trekkingbike ein sensationeller Wert, der momentan seinesgleichen sucht (und mit 2598 Franken doch noch bezahlbar ist). Weniger Gewicht und klares Design liegen eben auch bei den Alltags- und Trekkingrädern sehr im Trend. Dazu trägt auch die neue Nexus-8-Gang-Nabe bei, die bei vielen Stadtvelos die Ritzelschaltung ersetzt. Statt überkandidelte (aber zu wenig effiziente) Vollfederlösungen sind wieder mehr klassische Formen Trumpf. Die einfacheren Rahmenkonstruktionen erlauben dafür neue optische Lösungen, zum Beispiel bei Giant Mono, wo dank Hydroforming der Gepäckträger integriert ist (5). Tour de Suisse legt gar gegen den anhaltenden Alutrend ein weiteres Edelstahlmodell auf: Das Silkroad mit seinen Muffen und dem Ledersattel soll das Herz des Traditionalisten erfreuen. Und dann gibt es da noch die kleine Marke Aarios, die seit jeher und mit Erfolg nichts anderes produziert als solche Klassiker. |
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| 1| Opium von MTB Cycletech: Berauschend weiss, aber doch puristisch 2| Das preiswerte Sortiment von Bixs umfasst nun neben MTBs – hier das Fully Elite D1 zu Fr. 2499.– auch Renner und Citybikes 3| Villiger verzichtet auf eigene Rennvelos, importiert aber die prestigiösere Marke von Ex-Champion Lemond 4| Beim Modell Roubaix hat Specialized die Carbongabel mit viskoelastischen Dämpfungs-elementen versehen 5| Statt Hinterbaufederung elegante Integration des Gepäckträgers: Giant Mono |