Szene
Der Winterspeck muss weg
Die Pölsterchen, meist angehäuft durch währschafte Winternahrung, haben heute keine Berechtigung mehr. Die Winter sind zu warm für eine zusätzliche Isolationsschicht.
Alles kein Problem, wenn man auch im Winter regelmässig Velo fährt. Béatrice Gaudenzi
Vorschläge dafür, wie man den Winterspeck loswerden soll, findet man
schon im Dezember in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Ein Grund
zum Verzweifeln? Nein, denn wer im Winter sein Velo als Trainingsgerät
braucht, muss im Frühling keine Pölsterchen abstrampeln.
Vom Energiehaushalt her gesehen darf man im Winter durchaus ein paar
Kilo mehr haben. So zumindest war das, als die Temperaturen regelmässig
den Gefrierpunkt unterschritten. Dies ist eine Erkenntnis aller
Ernährungs- und Lebenslehren, und die sind weit über zweitausend Jahre
alt. Heute sind wir starken Wechselwirkungen durch das Wetter und die
klimatischen Bedingungen ausgesetzt, da müssen wir uns wohl oder übel
der gegebenen Situation anpassen. Das hat auch Konsequenzen für den
Bedarf an körperlicher Bewegung, auch diese will angepasst sein.
Velofahren im Winter eignet sich vorzüglich, um sein Gewicht nicht
allzu grossen Schwankungen auszusetzen. Es wird auch aus medizinischer
Sicht empfohlen. Regelmässigkeit ist jedoch eine wichtige
Voraussetzung. Es bringt herzlich wenig, sich an einem Tag
abzustrampeln und dann mehrere Tage Pause zu machen. Der Körper wird
mit Schmerzen und Unwohlsein reagieren, die gewünschte
Kalorienverbrennung wird sich nicht einstellen.
Am besten eine Stunde pro Tag
Doch wie lange muss man pro Tag auf dem Velo sitzen, wie viele
Kilometer pedalieren, um den überschüssigen Kalorien Paroli zu bieten?
Die Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Ausgangslage ist
bei jedem Menschen unterschiedlich. Es kommt aufs Alter, auf die
Konstitution und die Kondition an. Am besten geht man die Sache mit
ganz realistischen Zielen an und steigert sein Training von Woche zu
Woche. Diese Erkenntnis wird auch in den Fitnesszentren angewendet. Wer
zum Beispiel sein Velotraining lieber drinnen als draussen absolviert,
wird beim «Spinning» aufgrund seiner Voraussetzungen angeleitet.
Wer sein Abspecktraining jedoch selber in Angriff nehmen will, dem sei
ein Tagebuch empfohlen. Darin notiert man sich die täglichen Strecken,
die man fährt – wie lange und wie viele Kilometer. Diese Methode hat
den Vorteil, dass man seine Leistung langsam und stetig steigert.
Ein gewisser sportlicher Elan muss schon sein, wenn das Training eine
spürbare Wirkung haben soll. Nur damit ist es möglich, Kalorien bewusst
zu verbrennen. Die tägliche Velofahrt zur Arbeit bringt erst etwas,
wenn sie etwa eine Stunde dauert, und man sollte dabei ordentlich ins
Schwitzen kommen. Wer am Arbeitsplatz keine Dusche hat, verlegt sein
Training deshalb lieber in die Freizeit.
Genauso wichtig wie die
regelmässige Bewegung ist die Erholung. Nach jeder Anstrengung braucht
der Körper eine Erholungsphase, nur so kann er Kraft für die nächste
Herausforderung schöpfen. Dass die Erholung den gleichen Stellenwert
hat wie die Leistung, wird leider oft vergessen. Ein weiterer
erfreulicher Nebeneffekt der regelmässigen körperlichen Belastung im
Winter ist ein um die Hälfte reduziertes Infektionsrisiko. Die
unerwünschten Grippen und Husten haben so eine sehr viel kleinere
Chance, den Körper anzugreifen.