
Das Wetter machte den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern am
SlowUp Euregio Bodensee aber einen Strich durch die Rechnung. Der
heisseste und längste Sommer seit Menschengedenken endete kurz vor dem
Anlass und machte einer Kaltwetterfront und ausgiebigen Regenfällen
Platz. Das verdross vor allem die Skatenden. Die wenigen, die sich trotz
allem die Schuhe umbanden, liessen sich an einer Hand abzählen.
Die Velofahrenden zeigten sich wetterfester und genossen auch
mit Regenschutz die freie Fahrt. Aber auch sie waren längst nicht so
zahlreich erschienen wie letztes Jahr. Statt 60’000 dürften es zwischen
15’000 und 20’000 Teilnehmende gewesen sein. Angesichts des Wetters eine
stattliche Zahl. Clemens Wäger, Geschäftsführer des SlowUp Euregio
Bodensee: «Wir sind zufrieden. Für uns gibt es keine Frage: Am 29.
August 2004 findet der dritte Euregio Bodensee statt.»
Mehr Wetterglück verzeichnete der SlowUp Murtensee. Im Jahr
eins nach der Expo.02 pilgerten rund 60’000 Personen in die
Drei-Seen-Region. Der Event mausert sich damit zur Tradition. Erstmals
arbeitete das Organisationskomitee mit RailAway zusammen. Der
Touroperator vermarktete alle drei SlowUp als buchbares Angebot mit
Anreise und Velomiete. Dies trug dazu bei, dass der Velovermieter
Rent-a-Bike das Doppelte der bereitgestellten 300 Mietvelos hätte
ausleihen können.
70 Prozent
reisten mit HPM und Zug an
Gespannt war man, auf welches Echo der erste
SlowUp in der Zentralschweiz stossen würde. Der Einstand ist auch hier
geglückt. Trotz drückender Hitze drehten rund 30’000 Besuchende eine
oder gar zwei Runden um den Sempachersee. Wem es zu heiss wurde, konnte
sich im Wasser erfrischen, das von einem halben Dutzend Wassersprenger
über die Fahrbahn gespritzt wurde. Rund hundert Velofahrenden halfen die
zwei TCS-Velopatrouillen, die mit Anhänger und Drehlicht zirkulierten,
bei Pannen aus.
Ursula Bachmann vom Organisationskomitee des SlowUp
Sempachersee registrierte denn auch «rundum nur gute Reaktionen».
Vereinzelt wurde bemängelt, dass die Route über die Kantonsstrasse
führte und nicht direkt am Ufer. Doch dieser Weg ist zu schmal und der
Witz eines SlowUp ist ja, dass für einmal auf der sonst verkehrsfreien
Hauptstrasse gefahren werden kann. Auffällig am SlowUp Sempachersee war
der hohe Anteil an Skatenden – rund ein Viertel der Teilnehmenden. Und:
Trotz des Ansturms waren die Parkplätze bei weitem nicht gefüllt. Das OK
folgerte, dass rund 70 Prozent mit Velos, Skates oder mit der Bahn
angereist waren.
Nächstes Jahr
sechs Veranstaltungen
Zufrieden mit der SlowUp-Saison 2003 ist auch die
Stiftung Veloland Schweiz, die für die nationale Trägerschaft die
Koordination und Entwicklung leitet. Ein Sorgenkind bleibt der
Velotransport. Am SlowUp Murtensee spielten sich in den überfüllten
Zügen zum Teil chaotische Szenen ab. Glücklicherweise legte das Personal
die Dienstvorschriften nicht allzu eng aus. Auch die Sponsorensuche ist
für die Trägerschaften in der aktuellen Wirtschaftslage nicht einfacher
geworden. Die Anziehungskraft scheint aber ungebrochen. Für 2004 sind
neben den bestehenden drei Veranstaltungen drei weitere in Planung: am
Greyerzersee, im Vallée de Joux und zwischen Rheinfelden und
Laufenburg.
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slowUp-Termine 2004 Murtensee 23. Mai |