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Perfekt in die Mobilitätskette eingegliedert: das faltbare Fahrrad |
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Im norwegischen Trondheim sorgt ein Fahrradlift dafür, dass ein ganzes Wohngebiet das Fahrrad als Verkehrsmittel in die Mobilität integrieren kann: der Berg wird dank dem Lift «flach». |
Die
Mobilitätskette
Kein Verkehrsmittel ist ideal: Das Velo bringt
einen vorzüglich zum Bahnhof am eigenen Wohnort. Von dort nach Zürich
oder Basel ginge es auch mit dem Velo, doch der Zug ist besser. Zu dumm
nur, dass der Zug nicht bis zum Hotelzimmer fährt, und so steigt man in
Bus und Lift, um ans Ziel zu gelangen. Das ist eine ganz normale
Mobilitätskette, und auch keine Neuheit. Schon die alten Römer
kombinierten Füsse, Pferd und Schiff.
Neu ist die gezielte, systematische und synergetische
Verwebung bestimmter Verkehrsmittel miteinander: Eine Fluggesellschaft,
die das Zugticket zum Flughafen besorgt und den Taxigutschein für den
Zielflughafen parat hält, ist ein Beispiel dafür. Der Vorteil: Die
Reiseplanung wird vereinfacht. Oder etwa Städte, in denen die
unterschiedlichen öffentlichen Verkehrsmittel zentral übers Handy
abgerechnet werden. Der Vorteil: höchste Flexibilität ohne
«Schalterzeiten» oder «Schwarzfahrrisiko». Diese beiden Beispiele
zeigen: Die Mobilitätskette kommt zustande, weil die einzelnen
Verkehrsmittel für bestimmte Strecken nicht optimal sind, und die
Mobilitätskette ist Ergebnis einer Organisationsdienstleistung. Das
moderne Velo funktioniert für sich genommen sehr gut. Doch es ist kaum
schnittstellentauglich zu anderen Mobilitätsträgern.
Wenn das Fahrrad in der Alltagsmobilität gestärkt werden
soll, dann muss es aktiv in die Mobilitätsketten und in die Angebote der
Dienstleister integriert werden. Das verlangt ein perfektes Produkt und
Dienstleistungen, welche die Nutzung überall zu jeder Zeit und unter
allen Bedingungen so angenehm, unkompliziert und sicher wie möglich
machen. Dabei gleicht das Fahrrad der Gegenwart einem Pentium-4-Rechner
ohne Software. Für sich genommen super, aber in der Praxis nur selten
einsetzbar: Wo sind die GPS-Geräte (elektronisches Navigationssystem),
die einen zügig durch die Lande lotsen, ohne über Autostrassen fahren zu
müssen? Wo ist das Radwegnetz, das Velofahrende effizient durch die
Innenstadt führt, und zwar mit der Vorgabe «schnell und sicher»?
Fehlende Einbindung
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Der Autor
Gunnar Fehlau beschäftigt sich seit
mehr als 15 Jahren mit dem Velofahren. Bei alltäglichen Fahrten in der
Stadt und Tourenfahrten über Land, als aktiver Sportler, in der
Produktentwicklung, im Marketing und als Journalist. Er hat unter
anderem vier Fachbücher rund ums Velo und über Radreisen geschrieben.
Sein Anliegen ist es, «dem Qualitätsfahrrad und dessen Anwendung» mehr
Aufmerksamkeit zu verschaffen. Dafür hat Fehlau vor kurzem den
«pressedienst-fahrrad» gegründet. Namhafte Institutionen, Organisationen
und Firmen der Fahrradbranche unterstützen dieses Projekt bereits. |
Das
Velo der Zukunft
Zurück zum Velo: Fragen wir uns nicht, warum wir
damit fahren, sondern warum selbst wir – engagierte VelofahrerInnen –
das Velo stehen lassen. Hier liegen die Lösungen verborgen:
Velostationen am Bahnhof mit Dusche, Garderobekasten und Schliessfach
statt Dura-Ace-Schaltung. GPS für velophile BerufspendlerInnen statt
Scheibenbremsen; und Gepäcktaschen, die mich beim Laufen, Fahren und in
Bus und Bahn begleiten und zieren, statt Carbon-Rahmen. Auch
Mietstationen am Bahnhof sind Pflicht für eine Mobilitätskette mit
integrierten Velos. Auch hier gäbe es Verbesserungsmöglichkeiten: Meine
individuellen Einstellungen sind in einem zentralen Rechner gespeichert.
Per Telefon kann ich jedes Mietvelo buchen, und wenn ich es abhole,
dann ist es bereits passend auf mich eingestellt.
Und wer es eilig hat in der Mobilitätskette mit Fahrrad,
greift zum Faltrad. Dieses wird bezeichnenderweise immer beliebter, es
kann schon fast von einem Boom gesprochen werden. Dahon, der weltgrösste
Hersteller, wächst seit Jahren mit zweistelligen Prozentzahlen, ganz
gegen den allgemeinen Trend in der Branche. Kunststück: Faltvelos sind
praktisch, am Nutzer orientiert und fügen sich nahtlos in
Mobilitätsketten ein. So muss das Velo der Zukunft sein, damit es
Zukunft hat.