
Dabei wäre doch alles, wie so oft, gar nicht nötig gewesen,
denn eine ganze Reihe von speziellen Velotaschen bietet sich für den
Transport von Laptop und Co. an. Sie lassen sich ruckzuck an den
Gepäckträger schnallen und liegen auch als Mappe oder Tasche gut in der
Hand.
Unterschiedliches
Innenleben
Eine Bürotasche muss Platz bieten für einen
A4-Ordner und/oder einen Laptop. Handy, Agenda, Akten, Stifte und noch
einiges mehr sollen auch versorgt sein. Die getesteten Taschen sind
unterschiedlich organisiert: Während die City-Box einen einzigen,
übersichtlichen Stauraum bietet, hält die Tatonka Bike-Consultant mit
den unzähligen Innentaschen fast für jede Büroklammer ein eigenes Fächli
bereit. Wie kleinräumig eine Tasche unterteilt sein muss, muss
schliesslich jede und jeder selbst für sich entscheiden.
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Selfmade-Velotaschen Diverse Hakensysteme (zum Beispiel von Ortlieb und Carradice) sind auch einzeln erhältlich. Damit kann jede Tasche nach Wahl zur Velotasche aus- und umgebaut werden. Voraussetzung dafür ist allerding eine stabile, feste Rückenwand als Basis für die Verbindungsschrauben. Die Rückwand verhindert nebenbei auch, dass die Tasche in die Speichen gerät. |
Wasserdicht
und geräumig
Unterschiedlich auch der angebotene Stauraum:
Während VauDe mit seinem Office-Bag just Platz für ein Notebook bietet
und dadurch zierlich-elegant wirkt, hat in anderen Taschen auch ein mehr
oder minder dickes Bündel Akten Platz. Als Grossraumbüro bietet Ortlieb
seinen Office-Bag auch in der Grösse L, damit neben Notebook gleich
noch zwei Bundesordner mit ans Velo dürfen. Als besonders praktisch
erwiesen sich die Taschen mit dazugehörigem Schultertraggurt: Sie
erleichtern Fuss- oder ÖV-Passagen.
Drei der fünf getesteten Taschen können als absolut
wasserdicht bezeichnet werden. Zu peinlich, wenn an der Sitzung nasse
Dokumente auspackt werden müssen. Bei Ortlieb ist Wasserdichtigkeit
Programm, erreicht durch hochfeste Materialien, verschweisste Nähte und
Rollverschluss. Die B&W City-Box aus ABS-Kunststoff verfügt über
einen dichten Deckel, VauDe deckt den bereits spritzwasserdichten
Reissverschluss der verschweissten Tasche mit einem zusätzlichen Deckel.
Die konventionell genähte Tasche von Tatonka ist mit einer
zusätzlichen Regenhülle ausgestattet, die in der Rückwand verstaut ist.
Bei Bedarf wird sie über die Tasche gestülpt und garantiert so trockene
Dokumente und hält zudem Spritzwasser ab.
Funktionelle
Hakensysteme
Für den praktischen Gebrauch sehr entscheidend ist
das Hakensystem zur Befestigung am Gepäckträger. Die Haken müssen zum
einen den absolut sicheren Sitz garantieren, das Handling muss zum
anderen unkompliziert und schnell bleiben. Zudem soll die Tasche an alle
erdenklichen Gepäckträger passen. Mit dem Quick-Lock 2 setzte Ortlieb
vor ein paar Jahren den Standard. Die Haken krallen sich beim Anhängen
automatisch fest, umschliessen die Gepäckträgerrohre, sodass die Tasche
auch bei starken Stössen sicher am Velo bleibt. Ein leichtes Ziehen am
Handgriff löst sie dann wieder vom Gepäckträger. Die Haken sind ohne
Werkzeug seitlich verschiebbar, sodass auch bei verschiedenen
Gepäckträgern die optimale Position sehr einfach gefunden werden kann.
Tatonka bedient sich beim Bike-Consultant ebenfalls dieser
Ortlieb-Haken, jedoch der etwas einfacheren QL1-Version. Dafür lassen
sich hier die Haken abdecken, damit man sich an der
Verwaltungsratsitzung nicht zwingend als VelofahrerIn outen muss. Die
City-Box ist ebenfalls mit einem Sicherheitssystem von RixenKaul
ausgestattet.
Auch die etwas simpleren Hakensysteme der anderen Taschen
erfüllen ihre Funktion gut, bieten aber etwas weniger Komfort im
Handling und weniger vielfältige Anpassungsmöglichkeiten an verschiedene
Gepäckträger. So oder so empfiehlt es sich, Taschen vor dem Kauf auf
die Kompatibilität mit dem eigenen Gepäckträger zu überprüfen und die
Fussfreiheit abzuchecken. Diese ist übrigens der Grund dafür, weshalb
einige Hersteller die Taschen schräg an den Gepäckträger hängen.
Staulos in die
Zukunft
Wenn die Verkehrsprognosen stimmen, werden sich in
Zukunft immer mehr Geschäftsleute mit dem Velo von Termin zu Termin
durch die Stadt bewegen. Ihnen ist die Zeit zu wertvoll, um sie im
Auto-Stau zu vertrödeln. Hier ist die Velobranche gefordert, passende
Velos und vor allem auch Accessoires zu entwickeln, welche nicht nur
eine Funktion erfüllen, sondern auch dem jeweiligen Lifestyle
entsprechen: Design, Prestige und Ansprüche an Velohelme,
(Regen-)Bekleidung, Hosenspangen und so weiter müssen stimmen. Dass sie
fürs Velofahren entwickelt werden, wird zur ganz selbstverständlichen
Nebensache.

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