Szene

Ayurveda: östliche Inspiration

Das grosse Interesse an den östlichen Heil- und Ernährungslehren hat auch bei uns Einzug gehalten. Die ayurvedische Küche mit ihren heilenden und wohl tuenden Gewürzen ist jedoch hier zu Lande noch weit gehend unbekannt. Text und Fotos: Béatrice Gaudenzi
 Ayurveda, so heisst die jahrtausendealte Lehre, hat ihren Ursprung in der indischen Naturheilkunde. Ayus bezeichnet die Lebensspanne von der Geburt bis zum Tod, und Veda bedeutet Wissen oder Lernen. Ayurveda ist also die Wissenschaft, die das Leben als ganzheitliches System betrachtet. Dazu gehört auch die Ernährung: Sie spielt in der Heillehre, neben Medizin und Meditation, eine ganz wichtige Rolle. Ziel der ayurvedischen Ernährung ist es, die drei Körperenergien, die so genannten Doshas, im Gleichgewicht zu halten. Das heisst: Jeder Körperenergie werden bestimmte Nahrungsmittel und Gewürze zugeordnet.
Doshas stellen die Konstitutionen der Menschen dar. Man spricht von Tridosha, weil jeder Mensch alle drei Doshas besitzt. Seinen Konstitutionstyp hat der Mensch von Geburt an, doch eine bestimmte Dosha dominiert. Die folgende – unvollständige – Übersicht charakterisiert die Typen:

 

  • Vata: Verbindung zwischen Äther und Luft. Der Vata-Typ ist eher schlank und neigt zu trockener, rauer Haut. Der Vata-Typ ist sehr kreativ und ungeduldig.
  • Pitta: Verbindung zwischen Feuer und Wasser. Der Pitta-Typ ist schlank mit ausgeprägten Rundungen. Er hat einen starken Willen und ist nicht sehr tolerant.
  • Kapha: Verbindung zwischen Wasser und Erde. Der Kapha-Typ ist eher rundlich. Er besitzt ein sehr gutes Gedächtnis und ein starkes Selbstvertrauen.

Harmonische Küche
Die ayurvedische Küche ist sehr auf Harmonie bedacht. Bei jeder Mahlzeit werden alle sechs Geschmacksinne angesprochen: Süss, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend. Ziel ist es, alle Verdauungsorgane anzuregen, damit die Speisen gut verarbeite t werden können. Werden die Mahlzeiten mit allen Geschmacksrichtungen zubereitet, sind sie sehr leicht und bekömmlich.
Diese Form von Küche ist aufwändig, es gilt, die richtigen Gewürze mit den entsprechenden Lebensmitteln zu kombinieren und die Abfolge einer Mahlzeit genau zu bestimmen.
Wer sich auf das faszinierende Abenteuer der ayurvedischen Küche einlässt, wird begeistert sein: Die sinnlichen Gerüche und die Farbenpracht sind eine grosse Motivation. Alle Gewürze und Kräuter – das eigentliche Herz der ayurvedischen Küche – sind bei uns erhältlich, im Reformhaus in biologischer Qualität oder in einem indischen Spezialitätengeschäft. Auch die grossen Warenhäuser bieten in ihren Lebensmittelabteilungen eine gute Auswahl an Gewürzen und Kräutern.
Die ayurvedische Küche ist vegetarisch und verwendet fast ausschliesslich Frischprodukte. Rohkost kommt praktisch nicht vor, das wichtigste Fett ist Ghee, die geklärte Butter. Frische Kräuter und Hülsenfrüchte gehören dazu. Die hochwertigen Proteine werden zu jeder Mahlzeit serviert. Gemieden werden in der ayurvedischen Küche Knoblauch, rotes Fleisch, Wurst, Käse, Pilze und hefehaltige Backwaren. Sie sollen den Geist stumpf und den Körper träge machen.

Kochbücher

Ernst Schrott: Die köstliche Küche des Ayurveda, Heyne-Verlag 2002, 15.90 Franken.
Petra und Joachim Skibbe: Ayurveda – die Kunst des Kochens, Pala-Verlag 2003, 35.80 Franken.

Ayurveda in der Schweiz: In verschiedenen Städten bietet die Migros-Klubschule ayurvedische Kochkurse an: www.migros.ch. Kochkurse für kleine Gruppen finden Sie unter www.gaudenzi-beratung.ch.
Ayurvedische Therapien: Unter www.mahindra-institut.ch findet man eine Liste der ayurvedischen Therapeutinnen und Therapeuten in der Schweiz.

Abo
Kein Flash-Player installiert.

Nachrichten

15.05.2012:
11.05.2012:
8.05.2012:
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
Bild
© 2011 velojournalImpressum