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Nur ein Gang – bloss ein Gag?

Singlespeed – ein Velo mit nur einem Gang: Dabei hilft doch gerade die Schaltung der eingeschränkten menschlichen Leistungsfähigkeit auf die Sprünge. Soll man die Errungenschaften der Technik negieren? Man muss nicht – aber man kann. Marius Graber
Schon die ersten Kilometer machen es klar: Der eine Gang bringt einen weiter, als man je gedacht hätte. Am Hang geht man einfach aus dem Sattel. Weil Velos ohne Schaltung auch leichtere Velos sind, geht das ganz gut so. Geradeaus kommt man mit hohen Tretkadenzen auf ordentliches Tempo, und wenns dann zünftig bergab geht, kann mans ja einfach sausen lassen.

Singlespeed ermuntert zu mehr Fahrtechnik, was einem auch sonst zugute kommt. Ein perfektes Velo also für die alltäglich zurückzulegenden Kurzstrecken. Keine Schaltung heisst nämlich auch: Keine Technik, die kaputtgehen kann und unterhalten werden muss. Keine Schaltung ermöglicht auch ein optisch reduziertes, aufgeräumtes Velo. Ein Genuss für Puristen. Und ein Ding für Philosophen: Sich im Zeitalter der 27-Gänger mit einem zu begnügen, hat auch etwas Aufmüpfiges. So wundert nicht, dass um die Singlespeed-Modelle eine freakige Szene gewachsen ist, die eigene Geländerennen austrägt. Dass dort oft auch ohne Federung und mit alten, kultigen Stahlrahmen gefahren wird, ist eine typische Trenderscheinung.
Aber es geht auch ganz pragmatisch: Für ein Singlespeed-Velo liegen die meisten Teile in Form von alten Rennvelos oder ausgedienten MTBs noch irgendwo rum. Als Extra braucht es nur eine entsprechende Hinterradnabe, allenfalls einen Kettenspanner und ein hinteres Ritzel. Für Geländevelos hat sich ein Übersetzungsverhältnis von 1:2 bewährt, das heisst vorne 32 Zähne, hinten 16. Strassenvelos benötigen ein Verhältnis von rund 1:2,5. Auffallend viele Hersteller bieten jedoch dieses Jahr Singlespeed-Modelle in verschiedensten Ausführungen an.

1| Cannondale 1FG HeadShok
Ein Singlespeed-MTB. Macht auf der Feierabendrunde durchs Gelände einen Heidenspass. Wenn nämlich nicht geschaltet werden muss, bleibt mehr Zeit fürs Velofahren. Das Modell wäre aufgrund seiner technischen Ausstattung (wartungsarme Federgabel HeadShok Super Fatty Ultra DL und Scheibenbremse Magura Louise) auch als problemloses, komfortables Stadtvelo einsetzbar. Einzig die Bereifung und die Übersetzung müssten dafür angepasst werden.
Preis: 3499 Franken
Cannondale Europe, Tel. 0031 541 589898

2| BMC Gold Sprint
Eigentlich gedacht als Trainingsgerät für Gümmeler. Ist aber – allenfalls mit einem flachen Lenker nachgerüstet – auch als leichtes, problemloses Alltagsvelo ein Geheimtipp. Sein schnörkelloses, reduziertes Äusseres gefällt. Ausgerüstet mit einem Starr- und einem Freilaufritzel.
Preis: 1599 Franken
BMC Trading AG, Tel. 032 654 14 54

3| Occasion
Ein guter alter Stahl-Rennvelorahmen, von allem Unnötigen befreit, frisch beschichtet und als simples Singlespeed-Velo aufgebaut, überrascht in der Optik und oft im Gewicht. Fliegengewichte unter neun Kilo sind keine Seltenheit. Der günstigste Weg zum schicken Singlespeed.
Preis: um 700 Franken
Diverse Velorecycling-Anbieter, zum Beispiel Velowerkstatt EAM Zürich, Tel. 01 404 78 00

Internet:

www.singlespeed.ch
www.peterhorsch.de
www.bmc-racing.com
www.cannondale.com

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15.05.2012:
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