Test
Kindersitze: Mit Bagage wirds eng
Kindersitze – so praktisch sie auch sind – haben auch ihre Tücken: Auf dem Velo montiert, versperren sie meist den Platz fürs Gepäck, und solches muss natürlich für eine Tour mit kleinen Kindern immer mit. Marius Graber zeigt Lösungen. Marius Graber
Der Kindersitz macht oft den Gepäckträger
unbrauchbar. In der Not schnallen sich die Eltern das Gepäck auf den
Rücken – und drücken dann ihren Sprösslingen mit dem Rucksack die Nase
platt. Wird das Gepäck an die Kindersitzlehne gehängt, verschiebt sich
der Schwerpunkt des Velos gefährlich weit nach hinten, und das Velo wird
schlecht steuerbar, die Vorderbremse verliert an Wirkung.
Hier drei Varianten, wie das Gepäck trotzdem mitkommt.
1. Lenkerkorb: Der am Lenker angebrachte Gepäckkorb –
besonders praktisch ist die Klick-Fix-Halterung – verbessert die
Gewichtsverteilung. Nur wird das Velo bei hoher Zuladung sehr «kippelig»
zu fahren. Es sei denn, der Korb kann direkt am Rahmen angebracht
werden, wofür am Rahmen ein Befestigungsteil angelötet sein muss (wie
beispielsweise bei Modellen von Riese & Müller).
2. Velotaschen: Bei einigen Gepäckträgern (zum Beispiel
Tubus Esge oder Stolz TT, die weit nach hinten reichen) können die
Taschen unter dem Kindersitz angebracht werden. Besonders praktisch ist
dabei, dass die Velotasche gleich auch als Einkaufstasche oder Badesack
dient. Weitere Taschen können an so genannten Lowrider-Gepäckträgern
links und rechts von der Gabel gehängt werden. Wenn sie einigermassen
gleichmässig beladen werden, sind sie ein deutlicher Gewinn für das
Fahrverhalten.
3. Transportanhänger: Die grösste Ladekapazität und den
besten Komfort bieten die Transportanhänger. Unter den diversen
Modellen sind uns besonders der Donkey von Winther und der Bike-Shopper
von Pletscher aufgefallen. Diese Anhänger im Einkaufswägeli-Stil werden
ganz einfach am Velo angekoppelt und lassen sich auch von Hand sehr gut
ziehen.
Schliesslich gibt es die grundsätzliche Alternative zum
Kindersitz, den Kinderanhänger: Wer oft mit Kind und Bagage unterwegs
ist, sollte diese Variante in Betracht ziehen. Macht man die ganze
Rechnung (Kindersitz, eventuell sogar zwei, Zusatzkupplung, Lenkerkorb,
Velotasche), so ist der Kinderanhänger nicht einmal die teurere
Variante, zumal es bereits für weniger als 500 Franken gute Modelle
gibt.
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1| Ein Trailerbike, das Kindersitze mag
Normalerweise stehen die Eltern vor der Wahl:
Entweder Trailerbike oder Kindersitz ans Velo, aber nicht beides, weil
das Trailerbike an der Sattelstütze befestigt wird und so den Platz über
dem Gepäckträger beansprucht, wo auch der Kindersitz hinkommt. Wenn
zwei Kinder mitwollen (das eine auf dem Trailerbike und das andere auf
dem Kindersitz), ist das natürlich dumm. Nun präsentiert auch FunTrailer
mit dem Modell FT-Two einen echten Problemlöser: Das Trailerbike wird
am Ende des speziellen Gepäckträgers eingeklickt (genial einfache
Handhabung), sodass auch der Kindersitz noch Platz hat. Aufgrund des
Drehpunktes direkt über dem Hinterrad, der kurzen Deichsel und des sehr
soliden Gepäckträgers darf ein sehr gutes Fahrverhalten erwartet werden.
Den FT-Two gibts in der gewohnten Fun-Trailer-Qualität mit Schutzblech,
Kettenschutz und verstellbarem Lenker und Sattel. Erhältlich als
6-Gang-Kettenschaltungs- oder 3-Gang-Nabenschaltungsmodell für 480
respektive 535 Franken (Zusatzgepäckträger 30 Franken).
Transcom, Tel. 061 633 13 20,
www.funtrailer.ch
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2–5| Familienzuwachs fürs Laufrad
Die pfiffigen Holzvelos ohne Pedalen von Like a
Bike haben eine eigene Fahrzeuggattung definiert: das Laufrad. Als
Vorstufe zum Kindervelo schulen sie das Gleichgewicht (und ersparen den
Eltern die Mühsal eines Dreiradvelos).
Angesteckt von der sinnigen Idee (und wohl auch vom
wirtschaftlichen Erfolg) buhlen weitere Produkte um die Gunst der
Kinder: das Firstbike (wetterfeste Aluminiumkonstruktion mit einfach zu
verstellendem Sattel ab 289 Franken), das dänische Winther Viking
(solide Kunststoff-Stahl-Konstruktion, 295 Franken, www.vitelli.ch) oder
das coole Rennrad, das später durch die mitgelieferte Antriebseinheit
zum Velo aufgerüstet werden kann (399 Franken, www.coolproducts.de). Und
selbst das Like a Bike gibt es für 329 Franken neu zusätzlich in der
Spoky-Version mit Speichenrädern, die auf leicht laufenden
Industriekugellagern drehen.
Firstbike: www.biketec.ch
Winther Viking: www.vitelli.ch
Rennrad: www.coolproducts.de
Like a Bike: www.likeabike.ch
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6| Mit Kindern auf den Singletrail
Mountainbike-Freaks können ihren geliebten
Sport auch mit dem Nachwuchs weiter geniessen. Mit dem vom Schweizer
Rahmenbauer Florian Wiesmann gebauten Singletrailer-Kinderanhänger gehts
ab ins Gelände: Möglich machts die schlanke Bauweise, die tolle
Federung (200 mm Federweg) und das geringe Gewicht von lediglich 8,6 kg.
Durch sein Höchstmass an Fahrkomfort wird er auch zur allerersten Wahl
für Familien-Veloreisen. Ausserdem überzeugt der Anhänger durch sein
aussergewöhnliches Design. Beim Preis schaut man allerdings besser weg,
doch nach dem zweiten Familien-Bike-Plausch hat man ihn ja vielleicht
schon wieder vergessen: rund 2390 Franken.
Wiesmann Custom Bikes, Tel. 0049 761 507 188,
www.wiesmann-bikes.de
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7| Fahr-Lernhilfe
Stützräder an Kindervelos werden oft zu
Stürzrädern. Darum bietet die deutsche Kinderfahrzeug-Firma Puky die
Fahrradlernhilfe an: Das ist eine am Sattel befestigte Stange, mit der
die Eltern das Kind auf dem Velo führen und im Gleichgewicht
unterstützen können, soweit es eben nötig ist. So fühlen sich die
Kleinen sicher aufgehoben und lernen spielend mit Mamas oder Papas Hilfe
das Fahrradfahren. Wenn die Kinder die ersten Meter alleine fahren,
lässt sich die Stange blitzschnell demontieren. Passt an die meisten
Kindervelos und belastet mit seinem Preis von 39.50 Franken das Budget
nicht allzu sehr.
DIHA GmbH, 052 343 88 08,
www.puky.de
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8| Sitzhilfe für die Kleinen
Damit auch zehn bis zwanzig Monate alte Kinder
im Kinderanhänger optimal sitzen, hat der kanadische
Kinderanhänger-Hersteller Chariot eine Baby-Sitzstütze entwickelt. Diese
stützt den Kopf und den Rumpf und sorgt für Sitzkomfort, auch wenn die
Kleinen im Anhänger einschlafen (was sie gerne tun). Die BabySitzstütze
kostet 65 Franken und ist in der Grösse anpassbar und sehr schnell in
den Chariot, aber auch in die meisten anderen Kinderanhänger montiert.
Tour de Suisse, 071 686 85 00,
www.tds-rad.ch
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