
Scheibenbremsen unterteilt man in mechanische und hydraulische
Systeme. Gemeint ist damit die Kraftübertragung vom Bremshebel zur
Bremse mittels konventionellem Bremskabel (mechanisch) oder einer
Öldruckleitung (hydraulisch). Die mechanischen Modelle, bei
Technik-Freaks zu Unrecht etwas verpönt, brauchen mehr Handkraft, sind
aber in der Not einfacher, mit gewöhnlichem Velowerkzeug und Know-how,
zu warten. Die hydraulischen Systeme glänzen mit besonders geringen
Bedienkräften und guter Dosierbarkeit. Sie haben zudem mittlerweile fast
durchwegs eine automatische Belagsnachstellung, das heisst, abgenutzte
Beläge müssen nicht nachjustiert werden. Daraus ergibt sich eine
wartungsfreie Bremse, bis der Belag gewechselt werden muss. Die
Hydraulikleitungen selbst sind äusserst problemlos und sehr robust.
Schwerer als herkömmliche Bremsen
Alles deutet darauf hin, dass die
Scheibenbremsen-Technologie einen Beitrag zu wartungsärmeren Velos
leistet. Die Technik ist ausgereift, im Normalbetrieb bewährt sich das
System sehr gut. Besonders die Modelle von Shimano haben auch den
Winterbetrieb (Salzwasser, Schneematsch, Kälte) problemlos überstanden.
Man muss sich aber bewusst sein, dass die gleiche jahrelange Erfahrung
wie bei Felgenbremsen noch nicht vorhanden ist. So wird heute noch
manchmal für «Nebensächlichkeiten» wie die Montage eines guten Ständers
oder einer Anhängerkupplung nach sinnvollen Lösungen gesucht.
Allen Vorteilen zum Trotz werden besonders
Gewichtsfetischisten und geräuschempfindliche Menschen weiterhin auf die
Felgenbremsen zurückgreifen: Die Scheibenbremsen sind noch immer
schwerer, insbesondere die preisgünstigen Modelle (rund 300 Gramm).
Selbst eine optimal justierte Bremse gibt von Zeit zu Zeit kleine
Schleifgeräusche von sich. Diese kosten zwar keine Kraft, allenfalls
aber Nerven. Übrigens treten diese Schleifgeräusche auch bei teuersten
Autos auf, nur dass man sie, ob all dem Motorenkrach, nicht hört.
Dennoch: Wer nicht zu einer der beiden Gruppen gehört, sollte die
Scheibenbremse in Betracht ziehen und allenfalls eine Probefahrt machen.
Der moderate Aufpreis ab rund 250 Franken steht in einem guten
Verhältnis zum damit einhergehenden Bremskomfort, der Wartungsarmut und
der Sicherheit.
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Unterschiedlich bissig Scheibenbremsen, insbesondere die
hydraulischen, werden mit verschieden starken Bremsleistungen angeboten.
Gelegenheitsfahrer kommen normalerweise mit einer etwas weniger
bissigen Version besser zurecht. Für Reisevelos, die mit viel Gepäck
gefahren werden, empfiehlt sich allerdings eine stärker belastbare
Scheibenbremse aus dem MTB-Freeride- oder dem Downhill-Bereich oder ein
für Tandems zugelassenes Modell. |