Dr. V. Love

Frage an Dr. V. Love

Als jemand, der sich wie Sie in allen Lebenslagen auskennt, frage ich: Nachdem der Alkoholgrenzwert auf 0.5 Promille runtergesetzt wird und uns Bundesrat Leuenberger mit einer Tempobeschränkung für unsere geliebten Töffs auf 80 Kilometer droht: Wo bleibt da noch Freude im Leben? Und wohin empfehlen Sie mir auszuwandern?
Götz G., Oberwerlachingen

Diese 0.5 Promille sind eine interessante Sache … was bedeuten sie? Die Menschen werden nervös, ein halbes Prozent beschneidet die Freiheit, nur noch die Hälfte eines Ganzen. Man verlangt ja nicht, alles zu kriegen, lediglich ein Promille an Kontrolle über seinen eigenen Körper, man gönnt sich ja sonst nichts. Doch nun dies: nur noch halb so viel Geschwindigkeit, halb so viel Spass, halb so viel Lebensfreude. Halbe Sachen liebt niemand. In Kriegszeiten ist die Freiheit sowieso eine Illusion, wenigstens aber dürfen die Menschen ihre Routine im Alkohol ertränken. Da wir uns aber daran gewöhnt haben, dass der Staat unsere Rechte überall beschneidet, müssen wir auf dem kleinen politischen Parkett, das neben dem Schlachtfeld noch existieren kann, für Gerechtigkeit kämpfen, und zwar mit politischen Argumenten:
Menschen sind verschieden gross und dick. Deshalb ist ein genereller Promillegrenzwert ungerecht, denn die Grossen und Dicken dürfen viel mehr trinken. Es ist doch so, dass mit diesen diskriminierenden Vorschlägen die soziale Gerechtigkeit im Strassenverkehr mit Füssen getreten wird. Deshalb sollte eine progressive Promillegrenze eingeführt werden, welche die Grösseren strenger behandelt als die Kleinen. Dies heisst, dass sich Schwergewichtige an die 0,5-Promille-Grenze halten müssen, der Grenzwert gegen unten aber gelockert wird, sodass die Kleinen gleich viel trinken dürfen. Durch ein Computerprogramm wird der Körpermasseindex (bmi) durch die Menge von Alkohol geteilt. So kriegen wir einen verlässlichen Wert, der dann in Promille umgerechnet werden kann.
Der Staat sollte alle Anstrengungen unternehmen, sein Eindringen in die Privatsphäre im Namen der Gerechtigkeit zu legitimieren und alle Mittel für diesen Zweck einzusetzen. Nur so sind Freiheit und Bürgerrechte geschützt. Und noch ein Tipp: Wandern Sie dorthin aus, wo man meine oben gegebenen Anregungen umsetzt.

Herzlichst, Ihr Dr. V. Love

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