Der Zeit voraus
Ausgabe 4/2010
Bearbeitung: Marianne Fässler
Pro Velo Schweiz hat im Rahmen des Strategieprozesses «Vision Velo 2020» mehr als dreissig Persönlichkeiten in der Schweiz nach ihrer Zukunftsvision befragt. Darunter auch drei Stadtpräsidenten und eine Präsidentin.
Prominente Personen aus Politik, Sport, Kultur und Wirtschaft haben der Pro Velo zu ihrem 25-Jahr-Jubiläum ihre Velovisionen mitgeteilt. Die vielen originellen Statements wird Pro Velo diesen Sommer veröffentlichen.
Wir bringen schon jetzt die Stellungnahmen der Stadtpräsidenten der vier grössten Deutschschweizer Städte.
1 | Corine Mauch, Zürich
«Für das Jahr 2020 wünsche ich mir ein massiv erweitertes, verfeinertes, verbessertes und sicheres Velowegnetz. Velo fahren in der Stadt wird in zehn Jahren so attraktiv sein, dass der Veloanteil am Gesamtverkehr gegen 20 Prozent beträgt. Mehr Velos, geräuscharme Strassenbeläge und leisere Autos werden den Verkehr 2020 viel leiser machen.
Als ausgebildete Ingenieurin wünsche ich mir Velos, die den unterschiedlichen Bedürfnissen besser angepasst sind: leichtere Alltagsvelos, E-Bikes für Warentransporte, Spezialvelos für Seniorinnen und Senioren. Bis 2020 dürften die Schwachpunkte der heutigen Velo-generation behoben sein: Mit einem neuen Transmissionssystem wird es nie mehr schwarze Finger geben, weil die Kette herausgesprungen ist. Und das Velolicht wird sicher, leicht und pannenresistent sein.»
2 | Guy Morin, Basel
«Das Velo als Transport- und Verkehrsmittel ist für mich schon heute nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Darauf fahre ich zur Arbeit und zurück und absolviere mein tägliches Fitnessprogramm. Manchmal – vor allem nach einer Veranstaltung oder im Winter – wäre ich froh, der Hügel vor meinem Haus wäre weg und mein Zuhause stünde an einem anderen, flacheren Ort. Eine mögliche Lösung wäre die Anschaffung eines Elektrovelos, beispielsweise eines schnittigen «Copenhagen Wheel».
Die Stadt Basel trifft schon heute viele Massnahmen für mehr Sicherheit und Komfort, beispielsweise mit dem Ausbau der Veloinfrastruktur, damit sich auch wieder mehr Kinder aufs Velo wagen. Ein solches Projekt ist der geplante Veloweg am Rheinufer nach dem Rückbau des Hafens St. Johann. Mit dieser künftigen Veloverbindung zu den Nachbarn in Frankreich und Deutschland wird die sonntägliche Velotour schon bald für viele Familien zum Programm werden.»
3 | Alexander Tschäppät, Bern
«Es gibt eine wachsende Zahl von Bernerinnen und Bernern, die lassen den Schirm zu Hause, wenn sie mich mit dem Velo zur Arbeit fahren sehen. Und das passiert des Öfteren. Meine Velo-Vision 2020 ist deshalb klar: Stadt-, Staats- und andere Präsidenten müssen einen siebten Sinn entwickeln für die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen. Und sie sollen, als feinfühlige Wetterfrösche sozusagen, Velo fahren. Alle! Die Bevölkerung könnte dann nach der Entdeckung schwitzender Präsidentschaften auf Drahteseln problemlos auf das Abhören von ohnehin nicht wirklich zuverlässigen Wettervorhersagen verzichten, weil sie wissen: Heute scheint die Sonne.»
4 | Ernst Wohlwend, Winterthur
«Das Velo hat im innerstädtischen Verkehr klar die Führung übernommen, denn mit dem Auto sind die Stosszeiten längst zu einem Dauerzustand geworden und führen zu einem zunehmend aggressiveren Verhalten der gestressten Autofahrerinnen und Autofahrer. Um die Velofahrerinnen und Velofahrer vor den unberechenbaren Strassenrowdys zu schützen, wurde für sie ein eigenes innerstädtisches Parallel-Strassennetz angelegt.
Abseits der verstopften Strassen erschliesst dieses nicht nur schnell und sicher die einzelnen Stadtquartiere und das Stadtzentrum, sondern bietet darüber hinaus interessante Einblicke in die Stadtstruktur und die je spezifischen Qualitäten der einzelnen Wohngebiete. Im Jahr 2019 ergab eine Verkehrszählung eine Zunahme der zweirädrigen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um 12 Prozent, und auch unverbesserliche Autofahrer wie der Schreibende bewegen sich unterdessen auf dem (Velo-)Pfad der Tugend. Bereits überlegen sich die Verkehrsplaner, eine Verbreiterung der Radwege zulasten der Strassen für den motorisierten Verkehr.»
Originalstatements auf www.pro-velo.ch
Prominente Personen aus Politik, Sport, Kultur und Wirtschaft haben der Pro Velo zu ihrem 25-Jahr-Jubiläum ihre Velovisionen mitgeteilt. Die vielen originellen Statements wird Pro Velo diesen Sommer veröffentlichen.
Wir bringen schon jetzt die Stellungnahmen der Stadtpräsidenten der vier grössten Deutschschweizer Städte.
1 | Corine Mauch, Zürich«Für das Jahr 2020 wünsche ich mir ein massiv erweitertes, verfeinertes, verbessertes und sicheres Velowegnetz. Velo fahren in der Stadt wird in zehn Jahren so attraktiv sein, dass der Veloanteil am Gesamtverkehr gegen 20 Prozent beträgt. Mehr Velos, geräuscharme Strassenbeläge und leisere Autos werden den Verkehr 2020 viel leiser machen.
Als ausgebildete Ingenieurin wünsche ich mir Velos, die den unterschiedlichen Bedürfnissen besser angepasst sind: leichtere Alltagsvelos, E-Bikes für Warentransporte, Spezialvelos für Seniorinnen und Senioren. Bis 2020 dürften die Schwachpunkte der heutigen Velo-generation behoben sein: Mit einem neuen Transmissionssystem wird es nie mehr schwarze Finger geben, weil die Kette herausgesprungen ist. Und das Velolicht wird sicher, leicht und pannenresistent sein.»
2 | Guy Morin, Basel«Das Velo als Transport- und Verkehrsmittel ist für mich schon heute nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Darauf fahre ich zur Arbeit und zurück und absolviere mein tägliches Fitnessprogramm. Manchmal – vor allem nach einer Veranstaltung oder im Winter – wäre ich froh, der Hügel vor meinem Haus wäre weg und mein Zuhause stünde an einem anderen, flacheren Ort. Eine mögliche Lösung wäre die Anschaffung eines Elektrovelos, beispielsweise eines schnittigen «Copenhagen Wheel».
Die Stadt Basel trifft schon heute viele Massnahmen für mehr Sicherheit und Komfort, beispielsweise mit dem Ausbau der Veloinfrastruktur, damit sich auch wieder mehr Kinder aufs Velo wagen. Ein solches Projekt ist der geplante Veloweg am Rheinufer nach dem Rückbau des Hafens St. Johann. Mit dieser künftigen Veloverbindung zu den Nachbarn in Frankreich und Deutschland wird die sonntägliche Velotour schon bald für viele Familien zum Programm werden.»
3 | Alexander Tschäppät, Bern«Es gibt eine wachsende Zahl von Bernerinnen und Bernern, die lassen den Schirm zu Hause, wenn sie mich mit dem Velo zur Arbeit fahren sehen. Und das passiert des Öfteren. Meine Velo-Vision 2020 ist deshalb klar: Stadt-, Staats- und andere Präsidenten müssen einen siebten Sinn entwickeln für die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen. Und sie sollen, als feinfühlige Wetterfrösche sozusagen, Velo fahren. Alle! Die Bevölkerung könnte dann nach der Entdeckung schwitzender Präsidentschaften auf Drahteseln problemlos auf das Abhören von ohnehin nicht wirklich zuverlässigen Wettervorhersagen verzichten, weil sie wissen: Heute scheint die Sonne.»
4 | Ernst Wohlwend, Winterthur«Das Velo hat im innerstädtischen Verkehr klar die Führung übernommen, denn mit dem Auto sind die Stosszeiten längst zu einem Dauerzustand geworden und führen zu einem zunehmend aggressiveren Verhalten der gestressten Autofahrerinnen und Autofahrer. Um die Velofahrerinnen und Velofahrer vor den unberechenbaren Strassenrowdys zu schützen, wurde für sie ein eigenes innerstädtisches Parallel-Strassennetz angelegt.
Abseits der verstopften Strassen erschliesst dieses nicht nur schnell und sicher die einzelnen Stadtquartiere und das Stadtzentrum, sondern bietet darüber hinaus interessante Einblicke in die Stadtstruktur und die je spezifischen Qualitäten der einzelnen Wohngebiete. Im Jahr 2019 ergab eine Verkehrszählung eine Zunahme der zweirädrigen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um 12 Prozent, und auch unverbesserliche Autofahrer wie der Schreibende bewegen sich unterdessen auf dem (Velo-)Pfad der Tugend. Bereits überlegen sich die Verkehrsplaner, eine Verbreiterung der Radwege zulasten der Strassen für den motorisierten Verkehr.»
Originalstatements auf www.pro-velo.ch










